1,4 Millionen Legehennen werden jedes Jahr nach Ostern verbrannt
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“Branchenverband prüft Verarbeitung von ausgedienten Hühnern zu Wurstware
Die Schweizer Eierlieferanten haben ein Problem. Ihr Produkt war diese Ostern so begehrt wie schon seit Jahren nicht mehr. Doch wenn nach den Feiertagen bis zum Sommer die Hälfte der Legehennen getötet wird, will niemand die Suppenhühner. Jährlich werden rund zwei Millionen Tiere ersetzt. “Wir schätzen, dass 70 Prozent als Brennstoff enden”, sagt Gallosuisse-Präsident Willi Lüchinger.
Jetzt will die Branchenorganisation das Problem angehen – sie hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt und sucht Wege, “die Verschwendung des hochwertigen Lebensmittels zu beenden”. Denkbar wäre eine Verarbeitung zu Charcuterie, etwa als Bratwürste oder Pastetenfüllung. Ruedi Zweifel, Direktor des Aviforums und Leiter der Arbeitsgruppe, prüft auch “Schlachtmöglichkeiten im grenznahen Ausland”. Denn die Schlacht- und Verarbeitungskosten sind in den letzten Jahren laut Zweifel horrend gestiegen. Gespräche mit Schlachtereien und Verarbeitungsbetrieben führten nicht zu besseren Konditionen. “Wir müssen jedem Huhn einen Franken an die Federn heften, damit sie jemand abnimmt und schlachtet”, sagt Willi Lüchinger.
Kagfreiland arbeitet an einer neuen Bio-Linie Das Schicksal der Bio-Legehennen ist ebenfalls nicht gelöst. “Die Ernährungsgewohnheiten haben sich stark geändert”, stellt Bio-Suisse-Sprecherin Jacqueline Forster-Zigerli auch bei ihrer Kundschaft fest. Kagfreiland arbeitet seit kurzem an einem Pilotprojekt. Ziel ist eine Bio-Linie, die in Läden und Restaurants erhältlich sein soll. Da Hühnerbrüstli kleiner und fester im Biss sind, könnte dieses Angebot geschnetzeltes Brustfleisch, Hamburger, Fleischkäse, Bratwürste sowie Gehacktes umfassen. Eierproduzent Othmar Hungerbühler hofft auch auf den Weltmarkt. “Bisher gab es fast keinen Unterschied zwischen Hühnerund Pouletfleisch.” Doch nun steigen die Preise im Ausland stetig. Das Futter wird teurer, weil auf immer mehr Feldern Pflanzen für Bioenergie wachsen.” Der anschliessende Kommentar hat zwar einige gute Punkte aber verpassst den Lösungsweg auch vollkommen:
Rettet das Suppenhuhn!
PETRA WESSALOWSKI über die Verbrennung von Legehennen und die Schuld der Produzenten Der Erfolg der Schweizer Eierverkäufer hat eine hässliche Kehrseite. Jährlich werden über eine Million Legehennen als Abfall verbrannt – weil niemand mehr Suppenhühner verwendet. Das ist ein Skandal und ethisch nicht zu rechtfertigen. Das Fleisch ist, richtig zubereitet, eine Delikatesse. Wenn die Branche die Schuld auf die veränderten Essgewohnheiten und damit auf die Konsumenten schiebt, macht sie es sich zu einfach. Die Misere zeichnet sich seit Jahren ab, doch erst jetzt wird nach Lösungen gesucht. Die Produzenten haben zwar überaus erfolgreich das Schweizer Ei vermarktet, tierfreundlich produziert, dafür doppelt so teuer wie das ausländische. Doch das Suppenhuhn hatte keine Lobby. Beim Detaillisten sucht man vergeblich nach Aktionen. Die Schlachthöfe machten es sich ebenfalls einfach. Sie erhöhten die Schlachtgebühren statt Produkte anzubieten, die der Konsument schnell zubereiten kann. Lange Zeit ging die Rechnung für alle auf. In der Lebensmittelindustrie gehört die Vernichtung zum Geschäft. Statt die Jogurtmaschinen zwischen zwei Sorten zu reinigen, wird die Mischware weggeworfen. Bestenfalls wird sie einer Hilfsorganisation abgegeben. Laut Studien werden in westlichen Ländern 40 bis 50 Prozent der Lebensmittel vernichtet. Doch nun ist das gute Image der Schweizer Eier in Gefahr. Die Branche muss rasch dafür sorgen, dass der Eiergenuss keinen schlechten Nachgeschmack hinterlässt. (Quelle: Sonntagszeitung vom 8.4.2007, Autorin PETRA WESSALOWSKI ) |
Kategorie: Ethik, in den Medien





Wieso werden diese Suppenhühner nicht einfach normal geschlachtet, ausgenommen und tief gefroren und einfach preiswert an Zoos und Tierhaltungen für Raubtiere oder als Katzen- und Hundefutter auf den Markt gegeben? Wenn es schon nicht möglich ist damit irgendwo auf der Welt wo Hungersnot herrscht Hilfe zu leisten.