vegan . ch Podcast Episode 30: Interview zu Tierversuche
In diesem Interview mit dem Geschäftsführer der AG STG Andreas Item werden verschiedenste interessante und aktuelle Aspekte zu dem Thema Tierversuche diskutiert. Wir sprechen über die Anzahl Tiere die immer noch im Namen der Forschung eingesetzt werden, wieso die Wissenschaft und Industrie nach wie vor auf Tierversuche setzen, was es mit dem REACH-Programm auf sich hat und vieles mehr rund um dieses leidige und brandaktuelle Thema.
Interview mit dem Geschäftsführer der AG STG über Tierversuche [ 54:31 ] Jetzt abspielen | Play in Popup | Download (1277)
Kategorie: Podcast, vegan.ch - Archiv





Vielen Dank euch beiden für das Interview! Es enthält für mich viele neue Infos und Argumentationshilfen. Auch die Seite mit den häufigen Fragen auf der AG STG-Website liefert viel Interessantes.
Für den Blick über die Grenze empfehle ich
http://www.datenbank-tierversuche.de
Hier noch aktuelle Informationen zu REACH:
«Für die Tests wird man 54 Millionen Versuchstiere brauchen»
Der Toxikologe Thomas Hartung über das neue Altchemikalien-Testprogramm der EU
von Sabine Olff
Rund 100 000 Altchemikalien stecken in Parfüms, Dispersionsfarben oder Dämmstoffen. Auf ihre Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt wurden sie noch nie getestet. Im Rahmen der neuen EU-Chemikalienverordnung (Reach) müssen die Firmen dies nun für alle Altstoffe nachholen, von denen mehr als eine Tonne pro Jahr in der EU produziert oder dorthin exportiert wird. In drei Jahren starten die ersten Tests. Ursprünglich ging die EU von 29 000 Chemikalien aus – und von 2,6 Millionen Versuchstieren. Diese Zahlen seien viel zu niedrig, sagt nun Thomas Hartung.
Herr Hartung, wie viele Altstoffe müssen getestet werden?
Schätzungsweise zwischen 68 000 und 100 000.
Wie kommen Sie darauf?
65000 Unternehmen haben 140 000 Altstoffe für Reach vorregistrieren lassen. Damit hat niemand gerechnet. Wahrscheinlich wurden aber einige Substanzen doppelt angemeldet.
Was bedeutet das?
Wenn wir von den günstigsten Bedingungen ausgehen, also von 68 000 Altstoffen, wird Reach 9,5 Milliarden Euro kosten. Für die Tests wird man 54 Millionen Tiere brauchen.
Sind diese Tierversuche unbedingt nötig?
Schwierige Frage. Viele Altstoffe sind seit mehr als 30 Jahren auf dem Markt. Die wenigsten sind negativ aufgefallen. Da stellt sich schon die Kosten-Nutzen-Frage. Die Firmen werden für Reach nur ein Promille ihres Umsatzes aufbringen müssen. Der Tieraspekt ist hingegen für viele untragbar. Mit Reach werden in Europa 50 Prozent mehr Versuchstiere gebraucht. Ein anderer Punkt ist aber noch viel relevanter. Beim jetzigen Testprozedere ist Reach gar nicht realisierbar.
Der Testkatalog beinhaltet 20 Tierversuche. Gibt es darunter besonders aufwendige Tests?
Ja, die Zwei-Generationen-Studie. Dabei werden Ratten vor der Paarung den Altstoffen ausgesetzt und die zwei NachfolgeGenerationen auf Spätfolgen untersucht. Der Test dauert zwei Jahre. Pro Substanz braucht man 3200 Tiere. Die Studien verursachen 70 Prozent der Kosten und beanspruchen 90 Prozent der Versuchstiere.
Gibt es eine Alternative?
Es gibt keine, die ohne Tiere auskommt, aber wir können deren Zahl massiv reduzieren. Denn eine erweiterte Ein-Generationen-Studie reicht unserer Meinung nach. Der Vorschlag, die Zwei-Generationen-Studie zu ersetzen, liegt schon seit längerer Zeit bei der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development). Zwei der 27 EU-Länder blockieren aber den nötigen Einheits-Entscheid.
Was schlagen Sie nun vor?
Wenn wir die Ein-Generationen-Studie nicht rechtzeitig im Reach-Katalog verankern können, sollte es ein Moratorium für die Reproduktions-Studien geben. Prinzipiell ist Reach ja eine sinnvolle Sache. Langfristig sollten nicht mehr alle Substanzen derart getestet werden, sondern nur noch jene, die verdächtig sind. Es gibt bereits erste Ansätze, um diese Stoffe etwa in der Zellkultur zu identifizieren.
Publiziert am 30.08.2009
von: sonntagszeitung.ch
http://www.sonntagszeitung.ch/suche/artikel-detailseite/?newsid=95436
Für mich ist das zwar nichts neues, aber nicht Grund eure Leistung zu loben
Wie immer – klasse. Die Folge gefiel mir aufgrund weniger Musik um einiges besser.
I <3 vegis
apropos REACH
Es sind sehr viele ätherische Öle auf der Liste der zu testenden Chemikalien. Es geht also nicht nur um “böse” chemische Rohstoffe. Umso erstaunlicher, dass dieses Thema bis jetzt kaum grosse Wellen geschlagen hat. Es müssen auch viele Naturkosmetik Firmen betroffen sein (bzw. werden in Zukunft betroffen sein).
Aufschlussreiches Gespräch. Weiter so!
@alexandra
bei reach geht es nur um chemikalien.
ätherische öle usw. müssen nur getestet werden, wenn sie chemisch hergestellt wurden.
ob man die dann naturidentisch oder wie immer nennt ist egal. sie sind nicht natürlich.
oder habe ich da was falsch verstanden?
wieso läuft das viel zu schnell ab, das band?
win xp sp3, ie8
freundliche grüsse
@hörer – evtl. must Du Deinen Flash-Player aktualisieren? Ansonsten versuche es mit dem Download und abspielen der Datei in einem eigenen Player wie z.B. Windows oder via ITunes. Wenn es nicht klappt bitte melden.