Milchkrise in Europa

12.10.2009   |  61 Kommentare   |   Kategorie: vegan.ch - Archiv

MilchschwemmeDer Milchpreis ist in Europa auf ein allzeit Tief von unter 20 Cent gefallen. Grund dafür ist die geplante und, wie in der Schweiz bereits erfolgte, Abschaffung der ‘Milchquote’ welche bis anhin die Milchmenge künstlich verknappt und für höhere Preise gesorgt hat.

Unvorstellbare 40 Millionen Liter Milch wurden bisher aus Protest auf den Feldern, vor Regierungsgebäuden und an Bauern Demonstrationen ausgekippt. Auch in der Schweiz wird regelmässig demonstriert und ein ‘fairer Milchpreis‘ verlangt.

Der Preis für ein Glas Milch war bisher in der Tat ‘unfair’. Niemals könnte ein solch aufwendig zu produzierendes Produkt zu einem so tiefen Preis angeboten werden, wären da nicht die Subventionen durch den Staat gewesen. ‘Unfair’ auch für die Tiere.  Jährlich gezwungen ein Kalb zu gebären, welches ihnen nach der Geburt entrissen wird, sie mit Maschinen zu melken und nach nur wenigen Jahren zu töten ist das unfaire Schicksal aller Milchkühe, unabhängig vom Preis.

Wenn die Milch schon verschwendet wird, was passiert nur mit den Kühen die diese produzieren? Es ist zu befürchten, dass auch der Betreuungsaufwand reduziert wird und die Tiere zusätzlich leiden. Es gibt nur einen klaren Ausweg aus dieser Krise – keine Milch oder Milchprodukte zu konsumieren!

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 1.0/5 (2 Stimmen)
Milchkrise in Europa, 1.0 out of 5 based on 2 ratings

Kommentare (61)

Trackback URL | RSS Feed für Kommentare

  1. maro sagt:

    honig rettet leben schreibst du, na ja die arrgumentation verfängt nicht. Den bienen wird der honig weggenommen und sie leben dann von zuckerwasser, was ihnen aber nicht so gut bekommt. sie werden geschwächt und sind anfällig für krankheiten, insbesondere der varoa-milbe. Deshalb werden auch
    bei infektionen jährlich zig-tausende von bienenvölker vernichtet. Wildbienen bestäuben auch sehr viele pflanzen : http://www.wildbienen.de/
    nur weil ein paar bio-imker etwas honig in den waben lassen, wird die sache nicht besser. freiheit für die bienen, sie machen es selber sicher besser als mit hilfe der menschen oder dann imker die die bienen ehrenamtlich aus freude und idealismus unterstützen und ihnen nichts wegnehmen wäre auch eine möglichkeit.

  2. Kleine Frage sagt:

    Die Schwächung der Bienen hat mehrere Gründe. Fehlender Honig ist mit Sicherheit nicht der wichtigste. Relevanter sind gewisse Insektizide (z.B. Gaucho von Bayer) und die schwindende Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft (“Natur”). Für Bienen ist wichtig, dass sie Pollen verschiedener Pflanzen sammeln können, denn Pollen versorgt sie in erster Linie mit Aminosäuren etc., nicht Honig. Weitere mögliche Ursache für das Bienensterben sind gentechnisch veränderte Organismen, die ihr eigenes Insektizid den Bienen gleich mit dem Pollen mitliefern, was für Bienen (Insekten!) nicht gesund sein kann, selbst wenn es nicht letal ist. Die Probleme auf fehlenden Honig abzuschieben ist zu billig.

    > Wildbienen bestäuben auch sehr viele pflanzen
    Das bestreitet niemand. Wildbienen sind an den anderen 2/3 der Landwirtschaftsproduktion beteiligt. Das ändert nichts am zu erwartenden Ausfall, wenn die Honigbienen verschwinden.

    > nur weil ein paar bio-imker etwas honig in den waben lassen,
    > wird die sache nicht besser.
    Doch. Den Bienen wird nichts genommen, was sie nicht ohnehin übrig haben.

    > freiheit für die bienen, sie machen es selber sicher besser
    > als mit hilfe der menschen
    Auf gewisse “Hilfe” können Bienen allerdings bestens verzichten: http://www.schweizer-bienenhonig.ch/Illnau.htm
    Umso wichtiger ist der Schutz durch den Imker. Wegen Ehrenamtlichkeit: In der Schweiz gibt es fast nur Hobbyimker, die mit ihrem Hobby allenfalls eine schwarze Null erwirtschaften oder bestenfalls zu einem bescheidenen Nebenverdienst kommen. Aus Imkern profitgierige Massenmörder und Ausbeuter zu konstruieren ist schlicht absurd. Imker SIND bei uns mehrheitlich Idealisten und haben ohnehin Freude an ihren Tierchen.

  3. maro sagt:

    aus imkern profitgierige massenmörder und ausbeuter zu konstruieren ist schlicht absurd….schreibst du. das macht aber hier NIEMAND. Als vegan lebende personen lassen wir lieber die finger vom honig (das kann nie falsch sein!), denn was du mit bio-imker und bio-honig beschreibst, ist ja eher die ausnahme denn die regel und macht weltweit gesehen nur wenige prozente aus. Keinen honig und die weiteren apia-produkte zu konsumieren, bringt sicher keinen schaden und den bienen wirds recht sein.

    Dass den Bienen nichts genommen wird, was sie nicht ohnehin übrig haben trifft vielleicht, wenn überhaupt, im promillebereich zu.

  4. Marco sagt:

    “Imker SIND bei uns mehrheitlich Idealisten und haben ohnehin Freude an ihren Tierchen.”

    tja, das haben metzger auch. auch die sehen keine verwerflichkeit in ihrer mörderischen tätigkeit und sind idealisten. daraus aber eine unverwerflichkeit der metzgertätigkeit zu konstruieren wäre schlicht absurd.

  5. Kleine Frage sagt:

    > das macht aber hier NIEMAND.
    Dann ist ja gut.

    > das kann nie falsch sein!
    Eine Unterlassung kann sehr wohl falsch und sogar illegal sein (siehe unterlassene Hilfeleistung).

    > Keinen honig und die weiteren apia-produkte zu konsumieren,
    > bringt sicher keinen schaden und den bienen wirds recht sein.
    Dem ist eben nicht so. Gerade viele ältere Imker (Durchschnittsalter in CH 60+) definieren Wertschätzung für ihre Tätigkeit stark über die Nachfrage nach Honig. Einige geben gerade unter den schwierigen aktuellen Imkerei-Bedingungen früher auf als sie es sonst getan hätten. Folge davon ist, dass mehr und mehr Einweginsekten (Hummeln) zur Bestäubung gefragt sind. http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/299835.html?page=0 Diese lässt man nach getaner Bestäubung verhungern, weil man nicht bereit ist, das ganze Jahr für genug Tracht zu sorgen.
    Ein Rückgang von Honigkonsum und der Imkerei führt deshalb zu deutlich mehr toten Insekten, denn Bienen werden umsorgt; Hummeln lässt man verrecken. Honig rettet Leben.

    P.S.: Die weiteren Bienen-Produkte muss man in meinen Augen einzeln betrachten. Konsum von Pollen beispielsweise halt ich auch nicht für fördernswert, wenngleich Pollen eindeutig vegan ist. Bienenwachs hingegen fällt ohnehin an, wenn Bienen ihr Zuhause verlassen. Bienenwachsgebrauch ist so schlimm für die Bienen wie es die Verwendung von verlassenen Spinnennetzen für Spinnen wäre.

  6. maro sagt:

    eben die imker definieren ihre wertschätzung über die honignachfrage. Und das ist eben falsch, sie sollten den bienen uneigennützig helfen, weil diese einen sehr wichtigen beitrag zur bestäubung leisten, wie auch die wildbienen und hummeln. Sie könnten die bienenhäuschen den bienen überlassen und diese sorgen dann schon für sich selbst, wie die wilden artgenossen es auch für sich tun. Der staat könnte dies fördern und auch abgeltung bezahlen. Auch sollte er genügend naturschutzflächen zur verfügung stellen, damit bienen und andere insekten wohnmöglichkeiten bauen können und von menschen nicht gestört werden. Wenn die imker die antropozentrische sichtweise ablegten, ja dann könnten sie den bienen helfen. Hummel als einweg insekten zu beschreiben ist so eine sache. Grundsätzlich ist ihr lebensziklus eben nur ein jahr und sie sterben so oder so im herbst, im gegensatzt zu bienen. Nur die königinnen überwintern und gründen im frühjahr ein neues volk, ausser es seien solitär hummeln. Nur in den wärmeren regionen können hummelvölker im winter überleben. hummeln sind geschützt und diese künstlich zu züchten ist eben falsch und auch verboten. Nur sollten die naturschutzgesetze eingehalten und durchgesetzt werden. sum, sum, sum und tschüss. ich schliesse meinen beitrag zu diesem thema hiermit.

  7. Socke sagt:

    Zum Wachsgebrauch, Bienenwachs begegnet mir v.a. in Kosmetikartikel, wie Lippenpflege usw.
    Auch wenn Wachs den Bienen unmittelbar keinen Schaden zufügt, unterstütze ich gleichwohl ihre Nutzung, wenn ich Geld für ein “Nebenprodukt” ausgebe. Ob sich die genauen Herkunft- und Haltungsbedingungen dann zurückverfolgen lassen, ist fragwürdig und letztlich unnötig. Es gibt genug Alternativen.

  8. Kleine Frage sagt:

    > sie sollten den bienen uneigennützig helfen
    Kleine Verständnisfrage: Der Imker darf den Bienen helfen, weil er damit anderen etwas Gutes tut, aber bloss selbst keinen Vorteil haben? Das ist doch nichts anderes als eine gegen den Imker gerichtete Diskriminierung (sogenannter Imkerismus) und genauso falsch wie jede andere willkürliche Diskriminierung.
    Aber wenn du meinst, der Imker soll für die Bestäubungsarbeit bezahlt werden – das gibt es schon längst. In den USA ist das ohnehin Standard und auch bei uns kommt das mehr und mehr auf. http://www.die-honigmacher.de/stichwort/Best%E4ubungsimker.html
    Aber glaub mir, diese grossindustriellen Bestäubungsimkereien sind nicht wirklich das, was wünschenswert ist. Es ist für alle Beteiligten besser, wenn wir die aktuellen Strukturen mit Kauf von Honig des benachbarten Imkers aufrecht erhalten.

    > Hummel als einweg insekten zu beschreiben ist so eine sache.
    > Grundsätzlich ist ihr lebensziklus eben nur ein jahr
    > und sie sterben so oder so im herbst,
    Zynismus pur! Sie sterben sowieso, also können wir sie gleich verhungern lassen oder wie???

    > hummeln sind geschützt und diese künstlich zu züchten
    > ist eben falsch und auch verboten.
    Seit wann soll das verboten sein? Ich les gerne deine Quelle für diese Aussage durch.

    > Auch wenn Wachs den Bienen unmittelbar keinen Schaden zufügt,
    > unterstütze ich gleichwohl ihre Nutzung, wenn ich Geld für
    > ein “Nebenprodukt” ausgebe.
    Du unterstützt deren Nutzung auch, wenn Du einen Apfel kaufst. Bei den grossindustriellen Bestäubungsimkern ist der Apfel sogar das Hauptprodukt. Du kannst auf alle Fälle davon ausgehen, dass ein US-Produkt, das auf Insektenpollination angewiesen ist, die industrielle Haltung von Bienen unterstützt. Selektiv Wachs oder Honig zu boykottieren ist inkonsequent. Wenn schon, dann müsstest Du insbesondere die Hauptprodukte dieser Industrie (i.e. Industrie-Äpfel, -Raps etc.) boykottieren. Bienenwachs ist definitiv nicht boykottierenswerter.

    Und eine kleine Frage hätt ich dann auch noch: Bei welchem Produkt werden weniger Insekten getötet als bei Honig? Einmal Boden umgraben tötet allein schon deutlich mehr Insekten als ein Imker je für Honig tötet. Man muss die flächendeckenden Insektizideinsätze nicht mal erwähnen um sagen zu können: Es gibt kein veganeres Produkt als Honig. Selbst wenn dieser aus industrieller Produktion stammt.

  9. Socke sagt:

    Kleine Frage schreibt “Du unterstützt deren Nutzung auch, wenn Du einen Apfel kaufst”.

    Mit diesem Argument wird so gut wie jedes Produkt für unvegan erklärt. Stichwort Düngemittel.

    So lang die biovegane Landwirtschaft ein Nischendasein fristet, und ich sie zwar unterstützen, aber mit deren Erzeugnissen allein nicht durchkomm, geh ich an dieser Stelle zwangsläufig Kompromisse ein. Auch da kann ich nur bis zu einem gewissen Grad “Schanden begrenzen” mit Bio etc.
    Natürlich ist es inkonsequent selektiv zu boykotieren. Ziel des Veganismus ist in meinen Augen jedoch nicht, wer das am konsequentesten durchzieht – sondern darum, dass jede/r einzelne im Rahmen ihrer/seiner Möglichkeiten so vegan lebt wie möglich und praktikabel (in Anlehnung an vegan Society, UK)

  10. Socke sagt:

    em, das sollte Schaden heissen…

  11. Sandra sagt:

    Danke fr den erhellenden Artikel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*