Stellen sie sich vor
Wenn auch leider etwas zu selten bekommen wir doch hin und wieder eine gute Rede zu hören, wie die nachfolgende welche anlässlich einer Kundgebung gegen den Verkauf von Leber von gestopften Gänsen in der Migros gehalten wurde. Darin wird uns eindrücklich vor Augen geführt, dass wir uns nicht auf die Bekämpfung von einer speziellen Form von Gewalt an den Tieren beschränken dürfen. Denn damit laufen wir Gefahr andere Formen der Ausbeutung in ein besseres Licht zu rücken oder sogar gut zu heissen. Nur eine generelle Abkehr von der Gewaltanwendung an Tieren darf das Ziel sein. Die praktische Umsetzung dazu ist der Veganismus.
| Ich möchte Sie bitten sich folgende Szenen vorzustellen: Nach Ihrer Geburt werden Sie von Ihren Geschwistern aussortiert. Weil Sie männlich sind dürfen Sie weiterleben, wären Sie weiblich so würden Sie zwischen rotierenden Messern enden oder vergast werden. Sie überleben also weil Sie als männlicher Vertreter Ihrer Art schneller an Gewicht zunehmen. Doch ob es wirklich Glück war, dass Sie Ihres Geschlechtes wegen ausgewählt wurden um weiterleben zu dürfen, werden Sie spätestens im Alter von 9 Wochen mit ganz anderen Augen sehen. mehr » Ein Mann kommt zu Ihnen. Er packt Sie am Hals und führt Ihnen auf brutale Weise ein Rohr in den Mund. In einem ganz kurzen Moment gelangt durch das Rohr fast 1 Kilogramm eines Breis in Ihren Magen. Durch den Schock welchen dieser Vorgang ausgelöst hat kriegen Sie Atemnot, später wird auch noch Durchfall dazukommen. Manche um Sie herum sterben an den Folgen dieser Prozedur. Zweimal täglich geschieht es, dass Ihnen das Rohr mit Gewalt in den Hals gestossen wird, jedesmal scheint es schlimmer zu werden weil Sie dabei meistens auch erhebliche und schmerzhafte Verletzungen erleiden. Zwei Wochen lang dauert dieses Martyrium bis Sie dann davon erlöst werden. Jedoch nicht in die Freiheit welche Sie sich die ganze Zeit gewünscht haben. Die Erlösung von dieser Folter erfolgt durch einen Elektroschock zur Betäubung, daraufhin ein Schnitt durch die Kehle, Sie bluten aus und sterben elendiglich. Wie schön wäre es doch gewesen wenn Sie auf Wiesen hätten spazieren dürfen, in Bächen, Flüssen und Seen schwimmen und zusammen mit allen anderen einfach Ihr Leben in Würde hätten geniessen können. Es widerfährt aber nicht Ihnen als Mensch sondern den ebenso wie wir leidensfähigen und schmerzempfindlichen Enten und Gänsen. Dieses Drama welches sich in den vielen Betrieben abspielt die mit Stopfleber ihr Geld ist unfassbar. Nun wissen wir wie es etwa um die Leiden der Enten und Gänse aussieht, doch weshalb soll unser Protest bei den Enten und Gänsen haltmachen? Ihre geistige Überlegenheit erlaubte es den Menschen sich Mittel anzueignen um andere Menschen und Tiere zu unterdrücken. Unsere Geschichtsbücher sind voll mit Kriegen gegen die eigene Spezies. Dass wir jedoch auch in den Zeiten des Friedens unter den Menschen immer noch Gewalt ausüben oder durch unseren Konsum unmittelbar unterstützen vergessen wir aber meistens. Was unterscheidet denn das Leben einer Legehenne, das einer Milchkuh oder das eines Schweins das mal geschlachtet wird von dem der Gänse und Enten? Höchstens die vorher geschilderte brutale Fütterungsmethode. Schlussendlich aber sind all die Tiere die für uns als „Nutztiere“ gelten nur Nahrungsmittel in noch unverarbeiteter Form das wir später mal im Supermarkt aus dem Kühlregal holen können. Nicht anders verhält es sich mit den Produkten von noch lebenden Tieren, also Eier, Milch, Wolle und Daunen. Auch dafür müssen Tiere in unwürdigen Umständen ihr Leben fristen damit wir aus ihnen den grösstmöglichen Profit herausholen können. Kein Schaf geniesst es geschoren zu werden, die Daunen sind das Ergebnis von höllischen Qualen welche die Gänse beim Rupfen erleiden müssen, die überzüchteten Hühner die jährlich bis zu 300 Eier legen darben nur noch vor sich hin und den Kühen für die Milchherstellung werden ihre Kälber kurz nach der Geburt entrissen. Die Tiere hingegen verhalten sich uns gegenüber in der Regel freundlich, von den für uns gefährlichen Raubtieren abgesehen. Weshalb können wir denn nicht auch unser Verhalten und unsere Lebensart danach ausrichten den Tieren kein Leid mehr anzutun? Wieso können wir denn unsere Ernährungsweise nicht auf die Weise anpassen, dass wir damit keine schmerzempfindlichen Lebewesen mehr ausbeuten? Wir haben gelernt respektvoll umzugehen mit Menschen anderer Hautfarbe, Religion oder Herkunft, Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung deswegen nicht zu diskriminieren. Was hält uns jetzt also davon ab auch den Tieren unseres Planeten die Würde und Unversehrtheit zu garantieren die für uns schon selbstverständlich ist? Dies kann hier und jetzt beginnen, dann nämlich wenn Sie vor dem Kühlregal stehen und anfangen sich Gedanken zu machen darüber was es mit der Milch, den Eiern, dem Käse oder dem Fleisch so auf sich hat und was zuvor alles hat geschehen müssen damit all diese Produkte so sauber abgepackt den Weg hierher fanden. Machen Sie sich bitte mal diese Gedanken. Danke. One struggle, one fight – human freedom, animal rights |
Kategorie: Ethik, vegan.ch - Archiv




