Ganz alltägliche Tierquälerei
Manchmal schaffen es die schwächsten unserer Gesellschaft in den Medien erwähnt zu werden. Meist handelt es sich dabei um eine tragische Geschichte bei der eines der Kinder spektakulär verletzt oder ausserhalb des Schlachthofes durch eine Katastrophe getötet wird, wie in folgenden Beispielen der letzten Tage:
Über 100 Kühe und Kälber sterben bei Brand in Blonay
(09. April 2010, 19:00)
Beim Brand eines grossen Stalles in Blonay VD sind mehr als hundert Kühe und Kälber verendet. Sie kamen entweder direkt in den Flammen um oder mussten wegen ihrer schweren Verletzungen notgeschlachtet werden. (Quelle, Bild)
Mitten auf der Autobahn A7 rannte am Montag den Fahrzeuglenkern ein Stierkalb entgegen – das Tier war auf der Flucht vor dem Metzger.
(12. April 2010 10:15)
Wir päppeln ihn jetzt zwei Wochen auf. Wenn es ihm wieder besser geht, bringen wir ihn zum Metzger.» (Quelle) – Inzwischen hat sich scheinbar jemand dem Tier erbarmt: ‘Jetzt kauft ihn laut Tele Züri ein Tierschützer’. (20min, 14.4.10)

Auf dem Hof stapelten sich Kadaver
(14. April 2010 23:01)
Auf einem Thurgauer Bauernhof haben die Behörden neben 200 unterernährten Tieren 65 tote Schafe gefunden. (Quelle)
Sicher handelt es sich dabei nur um die Spitze des Eisberges bei dem zufällig jemand ein Foto machen oder das ganze nicht versteckt werden konnte – von dem versteckten Leiden der Tiere in den dunklen Ställen, auf den Strassen oder beim anstehen und gewaltsamen Tod im Schlachthof wird nicht berichtet – die ganz alltägliche Tierquälerei findet meist im Verborgenen statt.
Kategorie: in den Medien, vegan.ch - Archiv





In diesem Zusammenhang finde ich besonders zynisch, dass die meisten Personen mit Mitleid reagieren ("Die armen verbrannten Tiere!" / "Das arme Tier wollte nicht geschlachtet werden und sollte nun gerettet werden!"), jedoch nicht einsehen, dass durch ihr eigener Konsum tagtäglich Millionen von Tieren umgebracht werden. Die meisten Personen sind nicht fähig, eine Verbindung von einem von ihnen als negativ erachteten Ereignis auf ihren unreflektierten Konsum im Alltag zu machen. Eine Schlussfolgerung zwischen "Ich finde es unrecht, dass diese unschuldigen Tiere gequält wurden / im Feuer zugrunde gingen" auf "Ich lehne es allgemein ab, wenn unschuldige Lebewesen grausam getötet werden" findet nicht statt. Die emotionale Betroffenheit, welche bei gewissen Fällen von Tierquälerei oder Tragödien auftaucht, wird also nicht weitergezogen, um in Konsequenzen für das eigene Leben und den eigenen Konsum zu münden.