Margarine statt Butter
Angeregt durch einen Hinweis, dass eine der Becel-Margarinen in Kanada speziell als vegan gekennzeichnet wurde, hier das Thema Margarine wieder einmal aufgearbeitet aus veganer Perspektive. Alle in der Schweiz erhältlichen Becel-Varianten sind nicht vegan und enthalten z.B. Molkepulver. Wohlgemerkt ist Becel ein Produkt von Unilever. (Hier die Liste von veganen Unilever Produkten in Deutschland.)
Der Vergleich von Margarine und Butter scheint eines der meist diskutierten Food-Themen welche manchmal fast in Glaubenskriege ausarten. Die Beimischung von Butter in Gerichten jeder Art macht der Veganerin oft das Leben schwer. Es ist in der Tat nicht ganz trivial Margarinen die mit Begriffen wie ‘pflanzliche Fette’, ‘rein pflanzlich’, ‘mit Pflanzenölen’ oder Ähnlichem beschrieben sind als vegan zu erkennen. Neben der Tatsache, dass die meisten Margarinen auch Milchbestandteile enthalten, sind noch folgende Aspekte beim Kauf einer Margarine zu berücksichtigen:
- Eine der meistverwendeten Hauptzutaten, das Palm-Öl, wird unter zerstörerischen Bedingungen auf der Fläche von ehemaligem Tropenwald gewonnen.
- Das Vitamin D kann aus der Wolle von Schafen gewonnen werden (eher selten).
- Die Aufschrift rein pflanzlich kann sich nur auf die Fette in der Margarine beziehen.
- Aus gesundheitlicher Sicht sollte auch auf die Fett-Zusammensetzung geachtet werden: wenig gehärtete Fette und möglichst viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren
(Quelle: Rezeptefuchs.de)
Hier einige in der Schweiz erhältliche Margarinen:
- Provamel (in den meisten Bioläden erhältlich)
- Alsan (nur zeitweise bei Larada.org erhältlich)
- Sanissa (Migros, siehe dazu auch das Migros-Blatt bzgl. ‘Zusatzstoffe tierischer Herkunft’ (PDF))
- Coop Margarine (Anfrage bzgl. genauen Inhaltsstoffen ausstehend)
- Vitaquell Vitagen (in einigen Bioläden erhältlich)
- Rapunzel Pflanzemargarine Prima (im LeShop.ch von Migros)
Ein Produkt mit einem sehr feinen und ähnlichen Buttergeschmack ist seit kurzem in der Schweiz erhältlich unter dem Namen Bio Raps-Kernöl mit Butter-Geschmack von der Teutoburger Ölmühle. Das lässt dennoch etwas zu wünschen übrig wie diese Auskunft bestätigt:
Gerne bestätigen wir Ihnen hiermit, dass bei der Herstellung unseres “Raps-Kernöls mit Buttergeschmack” keine Stoffe tierischen Ursprungs eingesetzt werden. Das Öl inklusive des zugesetzten Aromas ist rein pflanzlich.
Wir möchten jedoch darauf hinwiesen, dass unser Leim, mit dem die Etiketten an der Flasche befestigt werden, caseinhaltig ist und somit nicht aus rein pflanzlichen Rohstoffen hergestellt wird.
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ihr habt die biomargarine von der migros eigenmarke vergessen. das palmöl ist zumindest bio und die margarine enthält auch keine zweifelhaften inhaltsstoffe wie vitD oder ähnliches.
"Das Vitamin D kann aus der Wolle von Schafen gewonnen werden (eher selten)."
Naja, die (soviel ich weiss) übliche Form von Vitamin D (D3) wird m.W. kommerziell immer aus Schafswollfett synthetisiert. Eher selten ist so also nicht richtig, da man bei Vitamin D3 davon ausgehen kann, dass es unvegan ist.
Gehärtete Fette oder Palmöl? Das muss ich wirklich nicht haben. Doch beispielsweise Brot ganz ohne Streichfett zu essen habe ich mir lange vor dem Veganwerden angewöhnt. Es ist sehr viel bekömmlicher und lässt sowohl vom Brot als auch von seinem Belag viel mehr Geschmacksnuancen schmecken. Wer mag, kann z.B. auch Kokosöl benutzen (am besten unbedampft wie von Aman Prana oder Bio Planète). Das ist bei nur im Sommer so weich, dass man es im Kühlschrank aufbewahren muss (vor dem Essen rausnehmen), damit es streichfähiger ist. Es hat einen angenehm süßlichen Geschmack, der sich im Verbund mit etwas Salz jedoch angenehm schmalzähnlich entwickelt. Auch hier gilt wie bei allen Änlichkeiten: es erinnert nur an den angenehmen Anteil des Schmalzgeschmacks, nicht an diejenigen, die man meist schon vor dem Vegetarier- oder Veganwerden nicht mochte.
Margarine wird aber nicht nur zum Bestreichen von Brot verwendet, sondern auch zum Kochen oder Backen. Gewisse Eigenschaften der Margarine (wie der hohe Flüssigkeitsgehalt oder das Aroma) lassen sich je nach Anwendung nur schlecht durch reines Fett wie bspw. Kokosöl (welches ja auch manchmal bei Margarinen verwendet wird) erreichen.
Unilever-Produkte überhaupt in Erwägung ziehen, wie könnt Ihr bloss?
Genauso könnte hier auch Werbung für Nestle gemacht werden.
Erkennt den Feind und es wird klar sein dass er die Fratze der Bosse von multinationalen Konzernen hat welche an der Ausbeutung der Erde die Hauptschuld tragen.
Den Feind nur als die Bosse von multinationalen Konzernen zu bezeichnen ist extrem kurzsichtig. Diese handeln nur nach der Logik des Kapitalismus. Schon klar kann man auch trotz der Zwänge dieses Systems erwarten, dass einzelne Individuen nicht danach handeln, schliesslich kann ja doch jeder in einer konkreten Situation selber entscheiden, wie er handeln möchte, ob er sich dem Zwang fügt oder doch einen anderen, ethisch korrekteren Weg wählt. Die Kritik am Kapitalismus spricht natürlich die Bosse nicht frei von ihrer Schuld, das sind ganz klar Ä*****. Trotzdem ist es falsch, sie als "den Feind" zu bezeichnen. Es geht nicht darum, diese Menschen in Schutz zu nehmen, sondern einer verkürzten Kritik vorzubeugen, die die Ursachen der Ausbeutung im moralsich falschen Handeln einzelner sieht. Die Ursache ist der Kapitalismus, die Multis und ihre Bosse seine logische Konsequenz.
Dies gibt natürlich noch keinen Aufschluss darüber, wie denn konkret gehandelt werden soll. Boykott von Multis wie Nestle und Unilever finde ich zumindest trotzdem sinnvoll.
eigentlich darf man gar nix mehr konsumieren – jeder Produzent hat irgendwo dreck am stecken. nestle ist zwar nicht gerade super; aber das ist auch kein Mafiaverein. ethischer konsum ist ja schön und gut, nur wenn er darin besteht, GAR NICHTS mehr konsumieren zu können dann bin ich halt nicht mehr ganz so ethisch.
Becel gabs aber auch am Tierrechtsforum… Irgendwie hab ich zu Becel schon verschiedenes gehört.
Es geht nicht darum gar nichts mehr zu konsumieren, es gibt immer noch genug Alternativen welche nicht zu den Multis gehören.
Nestle ist bestrebt die ganze Welt mit kaufbarem Wasser in Flaschen einzudecken, ein totaler Irrsinn wenn bedacht wird welche Mengen an Ressourcen dessen Herstellung benötigt und dass sich andererseits dieser Konzern daran bereichert indem er den Menschen weismacht Mineralwasser sei das einzig Gute.
Wenn Becel dort verwendet wurde so hat sich das Kollektiv welches für das Catering verantwortlich war dazu keine Gedanken gemacht oder war schlicht unachtsam. Verschiedenes gibt's nicht dazu, es gehört nunmal zu Unilever und ich finde es somit nicht kaufbar.
Im Biomarkt gibt's Alternativen die erst noch kein Palmöl enthalten.
Nestlë ist es egal, ob sie Wasser in Flaschen oder ohne Flaschen verkaufen. Die wollen die gesamte Wasserversorgung privatisieren inklusive dessen, was zum Wasserhahn rauskommt. Das muss man nicht gut finden. Allerdings ist zu bedenken, dass Nestlë auch darum besorgt wäre, dass es tatsächlich Wasser gäbe, das dann verkauft werden kann. Entsprechend würden sie Brunnen bauen und Marktengpässe mit angemessenen Preisen vermeiden. Das ist allemal besser als die heutige grassierende Wasserverschwendung, die in Wassermangelgebieten (z.B. Teile Spaniens) künftig gravierende Auswirkungen haben wird. Da lob ich mir, wenn jemand kommt und dem Wasser den Preis gibt, den es nunmal eigentlich hat, selbst wenn jemand Nestlë ist.
Sowas geht ja überhaupt gar nicht dass sich ein multinationaler Konzern das Monopol zu sichern versucht über etwas derart elementares wie Wasser. Der Zugang zu Trinkwasser muss für alle Menschen dieses Planeten jederzeit gewährleistet sein ohne dass dafür bezahlt werden muss, dies ist Sorge des Staates sich darum zu kümmern dass ebendiese Versorgung zustandekommt, bedingungslos und ohne dass skrupellose Konzerne wie Nestle sich daran noch bereichern können.
Ich stimme dir an sich weitgehend zu Mladen. Wasserversorgung sollte wenn möglich staatlich garantiert werden – allerdings nur zu geringen Teilen kostenlos, da kostenloses Wasser Verschwendung zur Folge hat. Die ersten 25 Liter pro Tag für den Grundbedarf sollen gratis sein. Einen Swimming Pool in der Wüste kostenlos mit Wasser zu füllen ist allerdings kein Menschenrecht und muss den angemessenen Preis haben. Es ist auch staatlich organisiert schlicht ein Ding der Unmöglichkeit zu gewährleisten, dass alle beliebig viel Wasser kostenlos ver(sch)wenden dürfen. Im Übrigen darf man nicht unterschätzen, dass Nestlé eben Kompetenz zur Verfügung stellen kann, die staatlich nicht einfach vorhanden ist. Es ist nicht so klar, dass man auf die Kompetenz von Nestlé und anderen Privaten verzichten kann, wenn man beispielsweise in Spanien die Wasserversorgung langfristig gewährleisten will.
Jedoch sind die Interessen von Multis wie Nestle rein eigennütziger Natur und müssen somit unterbunden werden da sie an Wirtschaftsinteressen gekoppelt sind die niemand zugute kommen.
Wieso soll es nicht möglich sein eine lebensnotwenige Wasserversorgung zu garantieren wenn erst alle skrupellosen Konzerne ausgehebelt sind? Wofür werden denn Steuern gezahlt wenn nicht darum dass der Staat sich dafür sorgt dass ein normales Leben möglich ist ohne die Luxusvarianten dessen?
Und wenn es nur bei Multis die entsprechenden Kompetenzen geben sollte so sind diese zu enteignen und in Staatsdienste zu stellen, die Prioritäten hierbei dürften ja klar sein.
Ui ui…Enteignung…Es ist ja nicht mal so, dass man da einfach irgendwelche materiellen Dinge enteignen könnte. Die Kompetenz, wie man Brunnen baut, ist in den Köpfen von Mitarbeitern…Man müsste also Zwangsarbeit einführen. Definitiv nichts, was ich befürworte. Ich ziehe ehrlichen, regulierten Kapitalismus einem linken Gutmenschen-Terrorregime uneingeschränkt vor. Weshalb die Interessen von Multis prinzipiell zu bekämpfen sein sollen, verstehe ich auch nicht. Wenn sich deren Interessen zufälligerweise mit einer nachhaltigen Entwicklung decken, soll man das dankbar so nehmen wie es ist. Und wenn sich die Interessen nicht decken, gibt es Regulierungsbedarf, um die Interessen der Multis in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Mit Feindbildern kommt man nirgens hin.
Das hat überhaupt gar nichts mit Zwangsarbeit zu tun, wie kommst Du denn auf sowas? Geschweige denn hat dies einen Zusammenhang mit einem Terrorregime.
Der Kapitalismus hat auf ganzer Linie versagt, die Welt kommt dabei sowas von unter die Räder und mit ihr die Menschen und Tiere.
Wenn ich in den Banken und Bonzen meine Freunde sähe so bräuchte ich tatsächlich keine Feinde mehr, multinationale Konzerne gehen nunmal für ihre Interessen über Leichen und haben gewiss nichts Gutes im Sinne wenn sie versuchen über heuchlerische Propaganda gut anzukommen bei der Öffentlichkeit sondern trachten einzig danach sich noch mehr zu bereichern auf Kosten der Erde und der arbeitenden Klasse.
> Das hat überhaupt gar nichts mit Zwangsarbeit zu tun,
> wie kommst Du denn auf sowas?
Du schriebst von Enteignung. Das Eigentum der Firmen besteht aber in erster Linie in der Kompetenz der Mitarbeiter. Will man dieses Eigentum verstaatlichen, muss man die Mitarbeiter der Multis zwingen für den Staat zu arbeiten.
> Wenn ich in den Banken und Bonzen meine Freunde sähe
> so bräuchte ich tatsächlich keine Feinde mehr
Zu deinem Verlangen nach Feinden habe ich eine kleine Frage: Wozu sind Feinde denn überhaupt gut? Das ganze Böfei-Getue ist doch idiotisch.
Der Staat kann auf gerechte Art und Weise dafür sorgen dass die Menschen korrekt bezahlt werden und ihnen auch Schutz vor Entlassungen bieten. Heute ist es so dass die oberen Chargen den Lohn der Mehrheit tausendfach kassieren statt dass alle gleichermassen entlöhnt werden was gneug sein soll für ein normales Leben ohne unnötigen Luxus in Form von Villen, Yachten und dergleichen. Das ist immer noch normale Arbeit und keine Zwangsarbeit.
Nach Feinden wird gewiss nicht verlangt, jedoch ist die Erkenntnis hilfreich feststellen zu können von wem die Menschen und unser Planet ausgebeutet werden, das können ja keine Freunde sein.
Es gibt noch weitere vorstellbare Alternativen als Mladens Vision, die auf mich auch wie der gescheiterte Staatskapitalismus der Ostblockstaaten wirkt. Er solle für die Wirtschaftsorganisation und Entlohnung bestimmen. So würde der vormals privatwirtschaftliche und staatsregulierte Kapitalismus in der Tat von einem Terrrorreigime abgelöst werden, wie es Feindbildkritisierer anmerkt. Die Macht darf nicht noch weiter zentriert werden, sondern muss zurück in die "Hände" der Menschen gelangen, u.a. in Form selbstverwalteter Betriebe, die förderal vernetzt sind. Für freiheitlichen Sozialismus – Anarchie!
Mladen: Deine Kapitalismuskritik klingt verkürzt und veraltet. Schau mal hier rein: Grundsatzbroschüre: Staat, ›Weltmarkt‹ und die Herrschaft der falschen Freiheit auf der Seite: http://umsganze.de/pages/staatstext-bestellen-les…
Feindbildkritisierer: Der Kapitalismus ist nicht reformierbar. Schon gar nicht "regulierbar" wie Du es beschreibst. Ein Merkmal des Kapitalismus ist die Kapitalakkumulation als Selbstzweck. Daraus folgt Profitmaximierung, "Wirtschaftskrisen"… und unzählige Symptome des Systems Kapitalismus. Was meinst Du mit: "Kapitalismus könne 'ehrlich' sein"? Staat/Kapitalistenklasse/selbstgefällige Bürgerliche werden eine Reform in deinem Sinne nicht zulassen. Sie werden weiterhin Ausbeutung verschleiern und legalisieren.
Selbstverwaltung ist auch mein Ideal, das obenan beschrieben sähe ich eher als Übergangsphase zur Ablösung des Neoliberalismus in dem wir heute festsitzen und an dem die Regierungen kontrolliert von der Hochfinanz eisern festhalten trotz des augenfälligen Scheiterns desselben.
Ich glaube aber auch nicht dass der Kapitalismus staatsreguliert ist sondern vielmehr dass der Staat ihn unterstützt und fördert. Eine Regulierung würde ja bedeuten dass dem System Grenzen gesetzt würden und es Regeln gäbe, dies scheint ja heute überhaupt gar nicht der Fall zu sein, die Konzerne wursteln wie es ihnen gefällt, niemand interessiert es solange dabei Gewinne rausschauen.
Die propagierte Übergangsphase scheint mir, als Aufruf an den Staat zu sein, etwas für deren (teilweise) ausgebeutete Bürger zu tun. Diese Vorstellung beinhaltet mangelndes Bewusstsein in eigene Macht, die stattdessen an den Staat abgetreten wird, was hinderlich für die Emanzipation von Herrschaft ist. So ein Bewusstseinswandel müsste aber erst in den Köpfen der Menschen vollzogen werden, um den Kapitalismus abzuschaffen und damit seine "Bestandteile" Krieg, Hunger, Armut… bekämpfen zu können. Ansonsten wird das System Kapitalimus unter dem Deckmantel "Sozialstaat/marktwirtschaft" oder "Staatskapitalismus(vermeintlicher Sozialismus der DDR)" weitergeführt
Dein schwarz/weiß, Freund/Feind Bild teile ich nicht – sind doch alle Menschen am Funktionieren des Kapitalismus beteiligt. Wechselseitigkeit und Komplexität wird ausgeblendet.
Die Rolle des kapitalistischen Staates, wie Du es beschreibst, sehe ich ähnlich.
So wie Du es Dir vorstellst funktioniert meine Denkensweise eben doch nicht. Ich sehe in den Menschen die gegenwärtig an der Ausbeutung der Erde profitieren nicht ausschliesslich Feinde sondern dortdrin auch Potential zur Weiterentwicklung im Hinblick auf eine lebbare Zukunft ohne Benachteiligung von irgendjemand aus keinen Gründen.
Das Ziel dürfte klar sein, auf welchem Wege es zu erreichen ist bleibt Gegenstand der Diskussion. Wenn erstmal ein Staat eingesteht dass das Volk wenn es mehr Freiheiten zur kreativen Entfaltung erhält diesen auch nicht mehr zur Regulierung von irgendetwas benötigt sind wir schon viel weiter gekommen.
Um jedoch aus der gegenwärtigen Misere rauszukommen bietet sich die Möglichkeit dies auf parlamentarischem Wege zu bereinigen geradezu an da doch die meisten Menschen viel zu wenig an sich selbst glauben.
Leider sind aber die Kompetenzen in einer jeden Regierung zu solchen Schritten entweder gar nicht vorhanden oder dann sehr dünn gesät.
Mh, habe wohl in die wenigen Informationen zu viel hineininterpretiert, pardon.
Ich denke nicht, dass "der Staat" etwas eingesteht. "Er" würde höchstens auf Druck hin der Gesellschaft Zugeständnisse machen, um Macht von oppositionellen Gruppen sich wieder anzueingnen. Die Politiker_innen würden jedoch fortwährend für den Machterhalt und Staat kämpfen. "Wer hat uns verraten? Sozialdemo…
Hier dieses Zitat :
"Wenn das Volk die Regierung fürchtet, dann besteht Tyrannei. Wenn die Regierung das Volk fürchtet, dann besteht Freiheit." Thomas Jefferson
Die Sozialdemokratie hat sich sehr weit entfernt von ihren eigenen Zielen und den Dingen für die sie angeblich einstehen, bei Wahlen entscheide ich mich nie für etwas das ich wirklich wählen möchte sondern nur für das kleinste Übel, für ehrlich wählbar halte ich gar niemanden.
Eben erst während des Feuerwerks beim ZüriFest dachte ich an meine Freunde in Kroatien mit dem Gnadenhof Ianua. Hier wurde eine Menge Geld sinnlos in den Himmel hoch geschossen während die dort mit viel weniger Geld Leben retten. Zweifelhaftes Vergnügen von Leuten die schon im Überfluss leben abzuwägen gegen wirkliche Hilfe wo sie sehr dringend benötigt wird.
Hat nun nichts mit dem Thema hier zu tun, fand es dennoch passend mal meine Gedanken aufzuschreiben.
> Der Kapitalismus ist nicht reformierbar.
Es hat schon diverse Reformen gegeben. Einführung der 60 Stunden-Woche, später runter auf 45 Stunden, Kündigungsschutz, Sozialversicherungen, AHV, IV, Kindergeld, Mutterschaftsurlaub – alles Reformen eines kapitalistischen Systems. Das ist allemal besser als verhungernde Kinder in Nordkorea.
> Schon gar nicht "regulierbar" wie Du es beschreibst.
Zahllose Beispiele belegen das Gegenteil. Es gibt zwar momentan akuten Regulierungsbedarf, was die Lohnschere angeht, aber selbst wenn es stossende Regulierungslücken geben mag, ändert das die prinzipielle Regulierbarkeit nicht. Es gibt in meinen Augen keinen Grund, ein Wirtschafts-System aufzugeben, das erwiesenermassen wirtschaftlichen Wohlstand generiert, um es mit einem untauglichen Wolkenkuckucksheim-Konstrukt zu ersetzen, das sich in der Praxis nie ernsthaft bewährt hat. (Die bisherigen anarchieähnlichen Konstrukte in Spanien und der Ukraine waren im Wesentlichen Guerilla-Regimes und alles andere als friedlich.) Ein Gut von Wert braucht den angemessenen Preis, weil alles andere zu Verschwendung oder bestenfalls zu unnötiger Ineffizienz führt. Ineffizienz mag man sich bei einer Weltbevölkerung von 10 Millionen Menschen noch leisten können, bei bald 10 Milliarden aber nicht mehr so wirklich (was nebenbei ein schlagkräftiges Argument für eine drastische Reduktion tierischer Produkte ist).
> Ein Merkmal des Kapitalismus ist die Kapitalakkumulation als Selbstzweck.
Unreguliert mag vieles sein, wenngleich Kapitalismus eigentlich nichts mit Merkantilismus zu tun hat. Ein Merkmal von Regulierungen ist aber, dass Fehlentwicklungen verhindert werden.
> Daraus folgt Profitmaximierung,
Ich bitte drum! Innerhalb der richtigen Regulierungen und Anreize soll man selbstverständlich das tun, was Profit maximiert. Das mag zwar heute, da an vielen Orten falsche Anreize vorhanden sind (z.B. beim Energiekonsum) unverschämt klingen, aber grundsätzlich bedeutet maximaler Profit bei den korrekten Anreizen ein Maximum an Wohlstand bei einem Minimum an Ressourccenverbrauch und Umweltzerstörung.
> Was meinst Du mit: "Kapitalismus könne 'ehrlich' sein"?
Ehrlicher Kapitalismus teilt den Wohlstand – allein schon deshalb, weil dadurch ein grösserer Markt (mehr Konsumenten!) entsteht. Er setzt die Anreize generell so, dass weder Mensch, Tier, noch Umwelt unter die Räder kommen.
> Staat/Kapitalistenklasse/selbstgefällige Bürgerliche werden
> eine Reform in deinem Sinne nicht zulassen.
Ja, klar. Die bösen Bürgerlichen werden Reformen verhindern, warten aber nur auf die friedliche anarchistische Revolution. Aber im Ernst: Die bösen Bürgerlichen haben es vor über 100 Jahren schon zugelassen, dass damals die 60-Stunden-Woche eingeführt wurde. Es gibt keinen Grund für Negativismus.
Sich der Illusion hinzugeben dass der kapitalistisch gesteuerte Staat mit all seinen wirtschaftshörigen Vasallen auch nur irgendetwas Gutes im Sinne hätte zeugt schon von extremster Gutgläubigkeit in ein brutales System der Unterdrückung und Ausbeutung.
Wenn es um Wohlstand geht so soll dieser für alle gleich sein, der heutige Zustand ist das Ergebnis von einer beispiellosen, masslosen Arroganz und Anbiederung an ein System welches von der Arbeit der Proletarier lebt und sich daran schamlos bereichert.
Hunger auf der Welt ist eine Folge der ungerechten Verteilung der Güter, weil die meisten Hungersnöte sehr direkt mit der Ausbeutung des Trikonts durch die Wirtschaftsmächte zu tun haben.
Uns geht's gut, wir leben in Sicherheit und haben von allem mehr als genug
dank unserer Wirtschaft
Sehr viele Menschen leiden Hunger und sie haben keine Perspektiven
dank unserer Wirtschaft
Es ist gleich schlimm wo Menschen verhungern, ob in Nordkorea oder anderswo. Wenn Du mitgelesen hättest, dann hättest Du bemerkt, dass ich ein solches System der zentralen Planwirtschaft/Staatskapitalismus und Diktatur wie es Nordkorea darstellt, ablehne.
Hingegen Du die weltweit täglichen zehntausenden Hungertote ausblendest, nicht mit dem Kapitalismus und dem auf Ausbeutung aufbauenden Wohlstand in den Industrieländern in Verbindung bringst. Das nenne ich Verherrlichung des bestehenden Systems, welches augenscheinlich nicht GLEICHEN Wohlstand für ALLE schafft. Lese hierzu z.B. das Buch "Warum verhungern täglich 100.000 Menschen?)
Das was Du als "Errungenschaften" darstellst, wurde mühsam und erbittert von der Arbeiterklasse erkämpft (unzählige Streiks etc.). Die Bürgerlichen haben es "zugelassen", weil es sonst früher oder später zu Aufständen, Revolution geführt hätte (und auch hat: z.B. Novemberrevolution, Münchner Räterepublik etc.) und sie so ihrer priviligierten Position beraubt worden wären. Es ist übrigens eher ein "herumdoktern" an den Symptomen, als Reformen an Kernproblemen des Systems, wie z.B. Kapitalakkumulation.
Deine Diffamierung anarchistischer Bewegungen zeugt von Unkenntnis. Guerilla entstand in Spanien da heraus, dass die Faschisten unter Franco mit Unterstützung der Bürgerlichen geputscht haben. Nachlesen!
Ineffizient nenne ich es, wenn Handyfunknetze, Paketzuliefernetze etc. parallel aufgebaut werden.
Profitmaximierung bedeutet, dass der Gewinn erhöht wird. Wie gelingt dies? Durch erschließen Neuer Märkten, das Schaffen von Bedürfnissen via Werbung, Abkassieren von Subventionen usw. UND die Senkung von Kosten, wie Lohnkosten durch Outsourcing in Ländern mit niedrigeren Öko-sozialen Standards, Verlängerung der Arbeitszeit, Überstunden, Leiharbeit, Lohnsenkungen bzw. Nichterhöhung, Ersatz durch Niedriglohnarbeit/Praktikanten usw. Passend ist auch das Sprichwort: "Vergesellschaftung von Verlusten, Privatisierung von Gewinnen."
Ich verstehe nicht, wie Du anhand der katastrophalen Lebensbedinungen von einem "ehrlichen" Kapitalismus reden möchtest. Derzeit wird, wenn Du es noch nicht bemerkt haben solltest, alles daran gesetzt, die durch die Krise(=Kapitalismus) verursachten Kosten auf die Gesellschaft abzuwälzen. Aber anscheinend hast Du Dich schon von der kapitalistischen Presse und Politiker_innen vereinahmen lassen und die Maßnahmen als "notwendig" anerkannt, mh?
> zehntausenden Hungertote ausblendest,
Hunger hat die Hauptursachen in korrupten Despotensystemen und (Bürger-)Kriegen. Aber dass die WTO dringenden Regulierungsbedarf hat, beispielsweise was Exportsubventionen angeht, bestreit ich gar nicht – im Gegenteil: Es gibt REFORMbedarf!
> GLEICHEN Wohlstand für ALLE
Ich bin gegen völlige Gleichheit. Sie unterminiert Leistungsbereitschaft. Teilzeit zu arbeiten bringt mehr Zeit, aber eben weniger Geld (materiellen Luxus). Das ist okay.
> Das was Du als "Errungenschaften" darstellst,
> wurde mühsam und erbittert von der
> Arbeiterklasse erkämpft.
Es wurde von Leuten erkämpft, die sich auf dieses System einliessen.
> Guerilla entstand in Spanien
Was immer der Grund dafür war. (Darüber hab ich mich nicht ausgelassen.) Fakt ist, dass anarchieähnliche Systeme bisher nur als Guerillaregimes kurzzeitig überlebten.
> "Vergesellschaftung von Verlusten,
> Privatisierung von Gewinnen."
Auch hier: Ist alles eine Frage der richtigen Regulierung. Ich bestreite diese Probleme nicht. Ich bestreite, dass unausgegorene Systeme besser wären.
"Ich bin gegen völlige Gleichheit. Sie unterminiert Leistungsbereitschaft. Teilzeit zu arbeiten bringt mehr Zeit, aber eben weniger Geld (materiellen Luxus). Das ist okay."
Gleichberechtigung und gleiche Chancen (welche es heute nicht gibt) hat nichts mit völliger Gleichheit oder Gleichmacherei zu tun.
"Es wurde von Leuten erkämpft, die sich auf dieses System einliessen."
Weil sie keine andere Wahl hatten? Es wurde definitiv nicht von Leuten erkämpft, die ein derartiges Loblied auf den Kapitalismus singen wie du.
"Was immer der Grund dafür war. (Darüber hab ich mich nicht ausgelassen.) Fakt ist, dass anarchieähnliche Systeme bisher nur als Guerillaregimes kurzzeitig überlebten."
Und der Grund dafür ist egal?
"Auch hier: Ist alles eine Frage der richtigen Regulierung. Ich bestreite diese Probleme nicht. Ich bestreite, dass unausgegorene Systeme besser wären."
Wieso gibt es denn diese "richtigen Regulierungen" nicht? Funktioniert denn dieser Reformismus überhaupt oder ist das nicht mindestens genauso utopisch wie Du es den Diskussionsgegnern unterstellst? Inwiefern macht die Tatsache, dass es eben bis heute kaum funktioniert, den Kapitalismus "ausgegoren"?
Diese Despotensysteme werden doch unterstützt/installiert durch Industrieländergeheimdiensten und Konzerne. Stichwort "Korruption" (zuletzt in den Schlagzeilen Siemens).
Die WTO ist Teil des Problemes. Der Ansatz dieser Organisation ist die Herrschaft der Industrieländer über die armgehaltenen Staaten, um deren Resourcen verfügbar zu haben. Meiner Meinung nach muss sie abgeschafft, nicht reformiert werden.
Es geht mir nicht um die Gleichsetzung, sondern um die freie Assoziation von Menschen zu Gemeinschaften, welche dann basisdemokratisch in den jeweiligen "Kontextgruppen" Betrieb, Wohnen etc. sich organisieren.
Ich fasse es nicht, dass Du von einem "Einlassen der Menschen auf dieses System" schreibst und damit die vielen Opfer unter den Arbeiter_innen herabwürdigst. Seit wann hat jemand in diesem System die Wahl/Möglichkeit, sich auszuklinken? Es basisert auf Eigentum, welches wenigen gehört, und sich daraus ergebende (Lohn-)Abhängigkeit der Mehrheitsgesellschaft. Das Recht auf Eigentum wird vom Gewaltmonopolist Staat durchgesetzt.
Die Verteidigungskämpfe waren nötig, um die selbstverwalteten Betriebe zu sichern, da sie wie schon beschrieben von den Faschisten ("weiße Armee" (von westlichen Ländern unterstützt) später die bolschwestische Rote Armee in der Ukraine. In Spanien Faschisten unter Francos Kommando mit der Unterstützung Nazi-Deutschlands und des faschistischen Italiens) bedroht waren, die sich die Herrschaft über diese dort freier lebenden Menschen zurückzukämpfen. Die aus armen Bauer_innen/Arbeiter_innen Freiwilligen-Milizen als "Guerillaregimes" zu bezeichnen, halte ich für verfälschend.
Wir haben da wohl verschiedene Ansätze. In deiner Herangehensweise, sehe ich eine Beschränkung der Betrachtung auf die Symptome und Folgen eines Systems. Versuche doch mal, jene auf Ursachen zurückzuführen.
Zum Thema "unausgegorene Systeme": In Spanien konnte die Produktivität der Betriebe bei Senkung der Arbeitszeit und gleichmäßiger Produkt-Verteilung erhöht werden. Unter anderem dadurch, dass die Menschen selbst nun über die Arbeit bestimmen konnten und nicht auf Großgrundbesitz zu Hungerlöhnen arbeiten mussten.
per zufall weiss ich, dass das becel am tierrechtsforum entweder gesponsort oder gecontainert war, auf jeden fall nicht gekauft. das erklärt auch, warum es margarine in solchen minibehältern gab, an sich ja auch ein völliger blödsinn.
Containern ist cool! Das erklärt manches ^^
"Containern ist cool!"
Auch wenn es (wie im Fall Becel) offensichtlich unvegane Produkte sind?
Warum denn nicht??
@ Noe: Du hättest also kein Problem, wenn du zur Küche beim Forum kommst und da irgendwelche Kadaverteile auf einem Grill liegen mit dem Vermerk "Gecontainert"?
Gefühlsmässig wärs vielleicht ein Problem, aber politisch nicht.
Wie sieht's mit gecontainertem Menschenfleisch aus? "Politisch" auch kein Problem?
Nein, das war eine ganz grundsätzliche Aussage.
"•Das Vitamin D kann aus der Wolle von Schafen gewonnen werden (eher selten)."
Wie bereits erwähnt wurde, ist das nicht die Ausnahme, sondern der Standard. Wenn eine Margarine Vit. D enthält, kann man davon ausgehen, dass sie unvegan ist. WIssen kann man es generell ohnehin nur nach einer Produktanfrage.
Hört mal auf über Vitamin D zu diskutieren! Wer über was relevantes reden will soll am 12. Juli ins Kasama zum Tierbefreiungs-LiMo kommen!!
http://www.tierrechtsgruppe-zh.ch
Echt jetzt, hört auf, auf einer Seite über Veganismus etwas über veganismusrelevante Themen zu schreiben, was fällt Euch eigentlich ein?