Tiere mieten, schenken und töten lassen
An verschiedenen Orten tauchen immer wieder Möglichkeiten auf ein Tier zu schenken, kaufen oder sogar in ein Tier zu ‘investieren’ ohne selbst dabei mit dem Tier in Kontakt treten zu müssen.
So kann im Namen der humanitären Hilfsorganisation HEKS eine Geiss in ein Entwicklungsland geschickt werden um dort ausgenutzt zu werden. Der Vegetarier-Exponent Gilles Tschudi findet das eine sehr gute Sache.
Anderswo kann bei findigen Landwirten in ein schottisches Hochlandrind ‘investiert’ werden:
“Von der Aufzucht über die Schlachtung bis zur Verpackung, kümmern wir uns um jeden Schritt. .. Und Ihr Profit? 10 Jahre lang liefern wir Ihnen jährlich Qualitätsfleisch im Wert von Fr. 350.-”
Um sein Ausbeutungs-Gewissen weiter zu beruhigen bietet sich eine Stallvisite an. Dieses Projekt von den schweizer Bauern- und Milchverbänden fördert gezielt die Gehirnwäsche für den Verkauf der Produkte dieser Tiere.
‘Stallluft schnuppern, dem Landwirt beim Melken zuschauen oder ein Kälbchen streicheln.’
Die BeeGood Organisation von Ernst Beyeler bietet sogar Bienen-Patenschaften und Adoptionen an um die Welt zu retten und dies erst noch mit ‘artgemässer Bienehaltung‘.
Die Idee ein Tier, auch wenn nur virtuell, zu besitzen und somit ein scheinbares Anrecht auf dessen Produkte oder Körperteile zu haben ist sonderbar. Es präsentiert das Tier als lohnende ‘Investition’ inklusive dem Aberglauben ihnen dabei zu helfen. Dabei handelt es sich effektiv meist nur um eine findige Einkommensmöglichkeit für die Besitzer. Das Tier bleibt eine einfach etwas weniger anonyme Handelsware deren Schicksal ferngesteuert ist und bis zu seinem gewaltsamen Tod noch etwas Unterhaltungswert liefert.
Kategorie: Ethik, vegan.ch - Archiv





Ich verstehe den Eintrag nicht wirklich. Soll man die Leute lieber verrecken lassen, wenn es denn nur der dogmatischen Nichtnutzbarkeit von Tieren dient??
Und wegen Besitz der Bienen: Man kann auch eine Patenschaft für Kinder übernehmen, weshalb sollte das nicht auch für Bienen gelten? Von Besitz des Paten kann keine Rede sein, nur von einer rundum guten Sache. Ohne den Menschen sind Honigbienen heute nicht mehr überlebensfähig, weil Krankheiten und ausgeräumte Landschaften den Bienen den Garaus macht. Von der Bestäubungsarbeit der Bienen profitieren nicht zuletzt auch wir. Und aus tierrechtlicher Sicht bessere Alternativen zur Imkerei gibt es heute definitiv nicht. Wird kein Honig gegessen und die Imkerei damit aufgegeben, kommen Einweginsekten (Hummeln) zum Einsatz, die man nach getaner Bestäubung krepieren lässt. Das kann kein Tierrechtler ernsthaft wollen. Die Folgen wären gravierend, wenn man Imkerei aufgäbe. Das wäre ethisch in hohem Masse verwerflich.
P.S.: Danke für die Links. Mögen viele andere auch Ziegen schenken und Bienenpaten werden.
hallo "kleine frage", ich und andere haben mit dir die diskussion über die bienen, hummeln und deiner ansicht, dass honig vegan sei etc., etc., schon vor einiger zeit über tage geführt. Und nun fängst du wieder an und möchtest zusätzlich auch ziegen spenden. das ist gar langweilig mit dir….., verzichte doch bitte auf weitere posts
Die "Imkerei" ist einer der Hauptgründe dafür, dass andere Bestäubungsinsekten immer mehr aussterben und die von Dir genannten Probleme damit massiv verschärft werden. Daraus nun eine Abhängigkeit zu konstruieren ist lächerlich, Ausbeutung mit einer "Patenschaft" gleichzusetzen ist mehr als abartig. Das kann kein Tierrechtler ernsthaft wollen.
Ausserdem müssten in einer veganen Gesellschaft eine viel kleinere Anzahl Pflanzen bestäubt werden, da die verschwenderischen Gaumenfreuden von Dir und Deinesgleichen (übrigens einer der Hauptgründe, warum die erwähnten Leute "verrecken") hinfällig würden. Aber Fakten sind ja nicht so wichtig, oder?
Es müssen weniger Pflanzen bestäubt werden? Also nur deshalb, weil wir weniger Pflanzen konsumieren, müssen nicht automatisch weniger wachsen und blühen. Hoffentlich ist sogar das Gegenteil der Fall.
Ziegen schenken ist pervers, genau so wie ein Fleisch Abo…
Bei den Bienen bin ich mir immernoch nicht sicher, es gibt einfach zu viele gegensätzliche Aussagen und Behauptungen von "beiden Seiten", die zwar jeweils in sich Sinn ergeben, jedoch nicht (von mir) überprüft werden können. Nahezu sicher bin ich mir dahingehend, dass eine Bienenhaltung (bei dem der Honig allerdings nicht für Menschen entnommen werden muss), wie sie bei BeeGood beschrieben wird, den Bienen nicht schadet, eventuell sogar ihr Leben erst möglich macht. Ob es in unserer nicht mehr natürlich balancierten Welt eine Notwenidigkeit darstellt, überhaupt Bienen zu halten, steht in den Sternen.
"Es müssen weniger Pflanzen bestäubt werden? Also nur deshalb, weil wir weniger Pflanzen konsumieren, müssen nicht automatisch weniger wachsen und blühen. Hoffentlich ist sogar das Gegenteil der Fall."
Sie müssen nicht bestäubt werden, dürfen von mir aus aber gerne. Wie gesagt, ist die Imkerei einer der Hauptgründe dafür, dass andere Bestäubungsinsekten aussterben (als Folge davon die Artenarmut, also das Gegenteil von der von Speziesisten ständig gepredigten Biodiversität). Wenn nun Krankheiten (oder anderes) die Bienen bedrohen, kann sich tatsächlich fatal für die Bestäubung von Pflanzen auswirken. Aber wird das Problem von denen verursacht, die Imkerei und alle anderen Formen der Ausbeutung ablehnen oder wäre genau das nötig, um die Probleme abzuwenden?
"Nahezu sicher bin ich mir dahingehend, dass eine Bienenhaltung (bei dem der Honig allerdings nicht für Menschen entnommen werden muss)"
Bei welcher "Bienenhaltung" wird denn kein Honig "entnommen"?
"wie sie bei BeeGood beschrieben wird, den Bienen nicht schadet, eventuell sogar ihr Leben erst möglich macht."
Ja, besonders dann, wenn sie ermordet werden. Ach, gäbe es diese Wohltäter nicht, was würden wir bloss machen?
"Ob es in unserer nicht mehr natürlich balancierten Welt eine Notwenidigkeit darstellt, überhaupt Bienen zu halten, steht in den Sternen."
Hä?
"Ich verstehe den Eintrag nicht wirklich. Soll man die Leute lieber verrecken lassen, wenn es denn nur der dogmatischen Nichtnutzbarkeit von Menschen dient?"
Es würde den Menschen dort auch besser gehen, wenn man ihnen menschliche Sklaven schicken würde, aber das kommt ethisch nicht in Frage, da weder ein Mensch noch eine Ziege dafür geboren wurden, irgendjemanden einen Nutzen zu bringen . Sie gehören sich selbst, ihr Leben hat absoluten Wert und zwar für sie selber. Wir haben kein Recht, empfindungsfähige Lebewesen, ob Mensch oder Nichtmensch für unsere Zwecke zu nutzen, mag der daraus entspringende Nutzen auch noch so gross sein.
Wenn du das dogmatisch nennen willst, dann sind alle Menschenrechtler auch dogmatisch.
"Es würde den Menschen dort auch besser gehen, wenn man ihnen menschliche Sklaven schicken würde"
Nein, würde es nicht. Dann müssten sie noch jemanden durchfüttern, dabei haben sie schon selbst nichts zu beissen.
Ansonsten: Wir nutzen selbstverständlich auch Menschen für uns, als Bäcker, Bauer oder was auch immer. Selbstverständlich darf man einen Nutzen haben von Menschen. Und genauso selbstverständlich ist das bei Bienen, die man umsorgt und hegt. Der Nutzen ist da definitiv gegenseitig. Der Imker setzt sich dafür ein, dass es blühende Landschaften gibt und Bienen, sowie alle andern Insekten profitieren davon, dass sie etwas zu essen haben. Zur Aussage Marcos, dass Imkerei für das Aussterben verantwortlich sei, kann man nur sagen: Die Aussage ist grotesker Unsinn. Imkerei hilft auch wildlebenden Insekten in hohem Mass, indem sie blühenden Landschaften eine wirtschaftliche Priorität verleiht.
"Nein, würde es nicht. Dann müssten sie noch jemanden durchfüttern, dabei haben sie schon selbst nichts zu beissen. "
Gut, dass die nichtmenschlichen Sklaven nicht ernährt (so nennen ethisch nicht Minderbemittelte das "durchfüttern") werden müssen. Schön, dass Du die vorherigen "kleinen Antworten" gelesen hast und wir hier nicht längst Durchgekautes neu aufwärmen müssen. Wo kämen wir denn da hin…
Übrigens: Selbstverständlich wäre auch das "Halten" von Menschensklaven inakzeptabel. Aber es ist bezeichnend, dass Du als Gegenargument lediglich die Effizienz (die bei den üblichen "Nutztieren" ja noch viel schlechter ausfällt; auch hier: alles schon unzählige Male diskutiert, offenbar von Dir unzählige Male ignoriert) anbringst. Noch viel entlarvender für Dein (nicht nur tierrechts- sondern auch menschenrechtsfeindliches) Gedankengut ist…
"Ansonsten: Wir nutzen selbstverständlich auch Menschen für uns, als Bäcker, Bauer oder was auch immer. Selbstverständlich darf man einen Nutzen haben von Menschen."
… dass Du die Versklavung von Menschen tatsächlich mit der Ausübung eines Berufes vergleichst. Aber nicht mal das ist einmalig. Eine Gesinnungsgenossin von Dir hat hier Ihren Konsum von Ausbeutungsprodukten damit gerechtfertigt, dass sie ja auch eine Sklavin ihres Ehemannes sei.
"Der Imker setzt sich dafür ein, dass es blühende Landschaften gibt und Bienen, sowie alle andern Insekten profitieren davon, dass sie etwas zu essen haben."
Langsam wirds albern. Während Du bisher vor allem mit "Schutz" und "Hege" argumentiert hast (was für alle, die Ermordung nicht als Schutz sehen, absurd genug sein dürfte), behauptest Du nun allen Ernstes, die Bienen hätten ohne Imkerei keine Nahrung mehr?
"Zur Aussage Marcos, dass Imkerei für das Aussterben verantwortlich sei, kann man nur sagen: Die Aussage ist grotesker Unsinn. Imkerei hilft auch wildlebenden Insekten in hohem Mass, indem sie blühenden Landschaften eine wirtschaftliche Priorität verleiht."
Nur nützen die blühenden Landschaften den anderen bestäubenden Insekten wenig, wenn sie durch Bienenvölker immer mehr verdrängt werden und somit aussterben. Liest Du die Beiträge eigentlich?
Die "wirtschaftliche Priorität" liegt übrigens im Verkauf von "Honig" und definitiv nicht in der Förderung der "blühenden Landschaften" (was Du ja selbst bestätigt hast mit der Aussage, dass die Bienenvölker nicht mehr "verwendet" würden, würde kein Honig mehr verkauft).
Aber es ist interessant, wie romantisch Du den Sachverhalt darstellst. Wirst Du eigentlich von Imkern bezahlt oder machst Du die ganze Propaganda gratis?
"Gut, dass die nichtmenschlichen Sklaven nicht ernährt (so nennen ethisch nicht Minderbemittelte das "durchfüttern") werden müssen."
Nein, gut, dass sie Gras und Abfall fressen können. Ethische Minderbemittlung nenn ich groteske Faktenignoranz gepaart mit gutmenschlicher Selbstüberhöhung. Versuchs mal mit sachlichen Argumenten statt mit schwachköpfigen Beleidigungen.
"behauptest Du nun allen Ernstes, die Bienen hätten ohne Imkerei keine Nahrung mehr?"
Honigbienen sind ohne Imker bei uns nicht überlebensfähig. Das ist ein Fakt. Und zu Futterangebot.. .http://www.naturkost.de/wp/2009/08/honigbienen-verhungern-mitten-im-sommer/
"Nur nützen die blühenden Landschaften den anderen bestäubenden Insekten wenig, wenn sie durch Bienenvölker immer mehr verdrängt werden und somit aussterben. Liest Du die Beiträge eigentlich? "
Ich lese den Schachsinn, den du schreibst. Nur richtiger wird er deshalb nicht.
HEKS würde gescheiter veganen landbau mit gemüsen, früchten, getreide und nüssen (also pflanzliche proteine) ohne tierhaltung in den armutsgebieten propagieren und fördern, und dadurch den armen und hungernden wirklich helfen. Gerade ziegen fressen alles ab unter dem "vegetationspunkt" und fördern damit die versteppung und verödung der landschaft, da sich diese pflanzen (büsche und bäume) nicht mehr erholen können. Dadurch wird das gebiet trockener und unwirtlicher für die menschen. Sie konkurrieren und zerstören damit die lebensgrundlage, etc. Es ist eine echte enttäuschung, dass die HEKS mit ihrer grossen erfahrung im ausland das noch nicht begriffen hat und noch immer konventionelle, schädliche und tierbasierte agrarwirtschaft propagiert.
"HEKS würde gescheiter veganen landbau mit gemüsen, früchten, getreide und nüssen (also pflanzliche proteine) "
Ob es dir passt oder nicht: Sowas wächst nicht einfach so in der Steppe. Dort kann man froh sein über ein paar kümmerliche Gräslein, die dann von einer Ziege zu Essbarem gemacht werden.
wenn du dich informierst, dann wirst du feststellen, dass an vielen orten, speziell auch afrika die probleme mit "tiernutzung" nur grösser werden und nicht kleiner. auch geht die kultur mit gemüseanbau, etc. mit der zeit verloren und die menschen wissen nicht mehr wie das geht und züchten auch kein eigenes saatgut mehr.
mit mir "passen oder nicht" hat das gar nichts zu tun. die üblichen landwirtschafts kliches und arrgumente müssen neu über- und quergedacht werden, so kommt mensch weiter