Die Bio-Milch Lüge

02.08.2010   |  28 Kommentare   |   Kategorie: in den Medien, vegan.ch - Archiv

Es ist zwar erfreulich zu sehen, wenn auf Seite 2 des Tages-Anzeigers ein Milch-kritischer Artikel erscheint, oder zumindest mit dem Bild und der Legende dazu zuerst den Anschein gemacht wird.

Der Autor Felix Maise (welcher schon mehrere Tierhaltungs-kritische Artikel) verfasst hat, beginnt mit einer gehörnten Portion Sarkasmus um die gängige Bio-Falle:

Milch ist ein reines Naturprodukt. Biomilch noch viel mehr. Denn Biomilch stammt von glücklichen
Kühen, die auf saftigen Weiden den lieben langen Tag gemütlich Gras fressen und daraus den begehrten weissen Saft produzieren. Und die Kühe haben natürlich Hörner, denn Rinder gehören zum Hornvieh, wie man in der Heimat des Volks der Hirten seit Generationen weiss.

Nicht nur McDonalds lügt uns immer wieder an, sondern eben auch die Migros und Coop mit den Bildern von behörnten Kühen auf ihren Labels. Egal ob Kraft-strotzende, schön gefleckte, behörnte und mit einer Glocke bimmelnde, scheinbar gemütlich grasende Tiere dargestellt oder sogar auf der Weide gesehen werden – die Realität für die Kühe in der Industrie (sei es nun Bio oder nicht) ist grausam, trostlos und wird immer frühzeitig und gewaltsam beendet. Auch die Kälber werden jeweils sofort oder etwas später der Mutter entzogen, gemästet und zu Fleisch verarbeitet.

Die Alternative zur Verstümmelung, Kastration, trostlosem Leben angebunden in einem Stall, künstlicher Befruchtung, Hitze-Tortur und Fliegenbefall ist ganz einfach. Diese lautet NICHT Bio-Milch sondern GAR KEINE Milch und Produkte wie Butter, Käse und Fleisch von Kühen zu konsumieren und vegan zu leben.

Mehr zur Bio-Lüge in diesem Beitrag von Tier im Fokus:
Bio-Milch von Bio-Kuh oder: Was die Werbung nicht alles verbirgt

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Kommentare (28)

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  1. Ein Werbespot des Molkereikonzerns Müller, der eine Mutterkuh nicht einmal auf einer Wiese, sondern am Strand (!) zeigt. Soll wohl witzig sein, wirkt aber eher surreal:
    http://human-nonhuman.blogspot.com/2010/07/easygo

  2. Ramtamplan sagt:

    Ich denke der Vegane Weg ist eine Übergangslösung bis der Mensch in der Lage ist mit den Tieren Artgerecht umzugehen. Solange wir das nicht erreichen müssen wir mit der Gefahr von Nährstoff unterversorgten Veganern leben.

    • Diego (VGS) sagt:

      Hallo Ramtamplan
      Es ist kein Problem, sich als VeganerIn mit allen Nährstoffen zu versorgen. Mit vielen Nährstoffen sind VeganerInnen sogar besser versorgt, beispielsweise mit Vitamin C oder Folsäure.
      Gruss
      Diego

  3. Rene sagt:

    Seit Anbeginn der Zeit hat der Mensch Fleisch gegessen. Fressen und gefressen werden ist der Grundsatz allen lebens auf der Erde und die einzige gültige Realität. Die Forderung lautet demnach nicht “kein Fleisch”, sondern: artgerechte Haltung.

    • Diego (VGS) sagt:

      Hallo Rene

      Tradition kann kein Argument sein. Es wäre ja auch nicht OK, Frauen zu unterdrücken oder Sklaverei zu betreiben, einfach nur weil es Tradition hat, oder?

      Zum Glück haben wir heute die Wahl. Es gibt zahlreiche Alternativen, für die keine Tiere sterben mussten.

      Gruss
      Diego

      • Rene sagt:

        Hallo Diego,
        ich schreibe nichts von Tradition. Tradition entsteht aus Geschichte und Kultur. Mir geht es um elementare “artgerechte Ernährung”. Sowohl für den Menschen, als auch für die Tiere (kein Fleisch für Wiederkäuer – siehe Rinderwahn). Fressen und gefressen werden ist die Basis des Lebens auf der Erde. Da gibt es nichts wegzudiskutieren. Oder meinst Du, man solte alle Fleischfresser ausrotten, bzw. auf pflanzliche Ernährung umstellen?! Und alleine die Diskussion um Mangelerscheinungen bei Veganer Ernährung zeigt doch schon, dass da was nicht im Einklang mit der Natur ist.

        • Diego (VGS) sagt:

          Hallo Rene

          Da gebe ich dir absolut Recht: Fressen und gefressen werden gehört zur Natur.
          Natürlichkeit kann aber kein Argument sein. Natürlich heisst nicht automatisch gut. Auch Kindesmord, Vergewaltigungen, Versklavungen etc. sind in der Natur an der Tagesordnung. Das heisst nicht, dass dies aus ethischer Sicht automatisch zu befürworten wäre.

          Der Logik einer möglichst “natürlichen” Ernährung zugrunde dürfte man im Supermarkt rein gar nichts kaufen. Man dürfte noch nicht mal Ackerbau betreiben. Und Sachen wie Reis, Kartoffeln etc. wären erst Recht tabu. Ganz zu schweigen von Sachen wie Milch. Wer würde behaupten, dass das Trinken von Milch einer Paarhuferart im Erwachsenenalter natürlich sei?

          Mangelerscheinungen sind überdies ein Thema, welches bei Veganern zwar häufiger diskutiert wird, dort aber nicht häufiger vorkommt. Folsäure- oder Vitamin C-Mangel kommen bei Veganern beispielsweise seltener vor.

          Im Winter haben 70% aller in der Schweiz lebenden Personen einen Mangel an Vitamin D. Ernähren sich diese Personen alle nicht “artgerecht”? Sollten hier Supplemente (die im Übrigen aus Flechten gewonnen werden können) keine Alternative sein, nur weil sie “unnatürlich” sind?

          Gruss Diego

        • H. Läufer sagt:

          Vegan ist für den Menschen artgerecht. Wäre es nicht so, dann wäre ich ja nicht schon seit Jahren gesund. Supplementieren tue ich nur Vit. D und B12. Vit. D kann ich aufgrund unseres Breitengrades im Winter nur jedem empfehlen. Vit. B12 nehme ich lieber direkt als es erst den Tieren zu geben und dann ihre Produkte zu essen (Wären alle Menschen vegan, müsste tatsächlich deutlich weniger B12 im Labor hergestellt werden, denn die Nutztierindustrie verbraucht Unmengen davon). Übrigens: Wenn die Menschen sämtliche Nahrung nicht waschen würden, bräuchten wir kein zusätzliches B12. Also nicht vegan essen ist unnatürlich, sondern das waschen der Nahrung. Ich meinerseits mags lieber gewaschen und nehme halt zusätzlich meine paar B12-Lutschbonbons in der Woche ;-)

        • Chris sagt:

          Hi Rene
          Fressen und gefressen werden sind Worte, die recht einfach über die Lippen kommen. Das waren Zeiten als es ums Überleben ging, du oder ich.
          Du vergisst aber, dass das damals darauf beruhte, dass man (du) selbst auf die Jagd ging, ohne Gewehr (!) und dass meistens nicht alle Jäger zurückkamen.
          Dann musste man sich die Hände schmutzig machen und du, Rene könntest den Job bekommen, den Magen-Darmtrakt vom Körper zu trennen. Machst du da auch nur den kleinsten Fehler – nicht mit dem Messer sondern mit dem zugehauenen Stein – ist das Fleisch mit Fäkalien kontaminiert und es drohte der Tod entweder durch neuerliche Jagd oder durch Durchfall weil es damals noch kein Immodium gab…
          Fressen und gefressen werden bedeutete also viel Arbeit weil es damals auch noch keinen Kühlschrank gab in dem man Fleisch, Beeren, Blätter u.Ä. konservieren konnte. Also Rene, weg vom Fernseher und ab in die Natur, Essen sammeln. Nix mit Ausgang!
          Womit sich Leute, die “Fressen und gefressen werden” proklamieren jedes einzelne Mal völlig lächerlich machen (inklusive du, Rene) ist die Tatsache, dass es in ihrem Ausführungen zu 100% darum geht, dass der Rene fressen darf, was ihm gefällt. Ich hab noch nie einen Fleischesser gehört, der die Möglichkeit in Betracht zog, dass er gefressen werden könnte. Ja schlimmer noch, Rene, “Fressen und gefressen werden” beruht auf dem Naturgesetz, dass sich die Stärksten und Anpasssungsfähigsten durchsetzen. Weibchen und Jungriere gehören da erfahrungsgemäss nicht dazu.
          Bevor du das nächste Mal das Maul so arrogant aufreisst, stell dir erst mal vor, dass dein bequemes “ich-bestell-mir-mein-Fleisch-online-und-lass-es-mir-fixfertig-liefern”-Fressen und gefressen werden auch die Möglichkeit inkludiert, dass deine Frau oder dein Kind von rivalisierenden Artgenossen getötet werden könnten. Und wenn du zu der Zeit gerade krank bist, dann erwischt es dich auch noch und alles Rene und Familie wurde gefressen/ausgelöscht. Deine Höhle, dein Besitz, deine Werkzeuge, deine Vorräte gehören dann den Stärkeren, die sich freuen, dass sie jetzt fressen können.
          DAS ist die Tragweite von fressen und gefressen werden und ich kennen keinen einzigen Fleischesser, der dazu bereit ist.
          Also komm in der Gegenwart an, bei Kühlschrank, Medikamenten, Auto, Telefon, Notarzt, Zahnarzt, GPS, Antibiotika, Hochhäusern, Kaffeemaschinen, Migros und Coop und globalisierter Wirtschaft und lass die Höhlenmenschen-Schmonzetten sein.

    • Tobias sagt:

      Rene, es ist immer wieder komisch, wenn sich manche auf das Argument berufen, dass der Mensch ein geborener Fleischfresser ist und mit Raubtieren gleichzustellen ist. Ich hoffe nicht, dass du lange Krallen an den Händen und lange Spitze Reisszähne im Mund hast :-) Weisst du, die Sache ist doch so: Wenn du dich mit deinem Argument als geborenen Fleischfresser/Raubtier betrachtest, dann geh einfach vor die Türe und jage und erlege zu Fuss die nächste Katze/Hund/Eichhörnchen und verspeise deine Beute, wie’s die echten Raubtiere machen, nämlich komplett mit Mageninhalt, Fett, Knorpeln, usw. Wie du merkst ist das doch eine absurde Vorstellung, genauso wie die Vorstellung, dass Steinzeitmenschen die grössten Jäger des Planeten waren. Die waren damals vielmehr Beute als Jäger und haben höchstens mit etwas Glück ein Tier erbeutet…und dass auch nur, wenn’s nichts anderes gab, dass sich einfach ohne Risko und Kraftaufwand vom Boden oder Baum plücken lies. Wer jetzt noch immer denkst, dass Fleisch Nummer eins auf dem Speiseplan sein muss, der soll doch dann mal ein Tier selber töten, anstatt diese Drecksarbeit unterbezahlten Tagelöhnern in den Schlachtereien zu überlassen.

  4. Rene sagt:

    Hallo Diego, tierische und menschliche Verhaltensweisen sind dazu da, um die Art zu erhalten. Diese sind tief in uns verwurzelt. Sieht man gut daran, wie Menschen reagieren, wenn es um’s Überleben geht. Ob sie gut sind oder nicht; diese Frage stellt sich nicht. Ich habe nie behauptet, dass Reis Milch … OK sind. Nur Fleisch.

    Hallo Läufer, deine Aussage über deine Gesundheit sind leider nichtsaussagend. Der Einzelne ist nur in einer Gesamtstatistik zu sehen. Wenn’s dir gut geht finde ich es prima. Es gibt aber auch andere, wo es nicht so ist. Und wenn Du Chemie zum überleben brauchst finde ich es furchtbar. Der moderne Mensch braucht ja auch Kernenergie, Gentechnik, Fracking, Terminatorpflanzen und…
    Grüße

  5. H. Läufer sagt:

    Rene, du solltest dich mal besser informieren. Erstens ist B12 keine Chemie, und zweitens wird B12 in Massen den Nutztieren verfüttert. Würden alle Menschen vegan essen und B12 supplementieren, müssten die Labors deutlich weniger davon produzieren als heute. B12 findet man im Kot aller Lebewesen. Wenn man nun nur ungewaschenes isst, dann bekommt man über die Ausscheidungen der Insekten und anderen Kleinlebewesen, die mal über die Nahrung gekrochen sind, das B12. Alle Tiere machen das so, daher haben die auch kein B12 Problem. Kühe bekommen es über das ungewaschene Gras. Aber auch viele Kühe brauchen zusätzliches B12, da erstens der Grasanteil zu gering ist, und zweitens die Milchleistung unnatürlich hoch ist. Fakt ist, alle Schweine, Hühner usw. und auch ein Teil der Kühe bekommen künstlich hergestelltes B12 verfüttert, da ihr Futter industriell verarbeitet ist und dadurch kaum B12 enthält.

    Was ist nun besser?

    1. Tiere ausnutzen, mit Unmengen B12 füttern, die Tiere töten und essen.

    oder

    2. Pflanzen direkt essen. Falls man sie wäscht, kleine Mengen an B12 supplementieren.

    Wir sollten uns nicht fragen, was natürlich ist. Denn natürlich leben wir schon lange nicht mehr. Wir sollten uns fragen: wie können wir uns gesund, umweltschonend und mit dem kleinsten Mass an verursachtem Leid ernähren. Ich glaube nicht, dass es eine bessere Variante als die vegane Ernährung gibt.

  6. Rene sagt:

    Hallo Läufer, hab noch einmal etwas recherchiert. B12 wird in einem biochemischen Prozess hergestellt und es ist oft schwierig rein vegane B12 Produkte identifizieren zu können. Grundsätzlich möchte ich noch anmerken, dass der Mensch von Natur auf Körner nicht wirklich verwerten kann. Der Ursprung allen Übels ist also der Getreideanbau. Aber gerne möchte ich zurück zum Anfang – zum Fleisch esssen. Den Begriff “Leid” möchte ich in diesem Zusammenhang gerne raus nehmen. Hat eher mit nicht artgerechter Tierhaltung zu tun und nichts mit Fleisch essen. Alle Tiere in einer Nahrungskette werden in der Mehrheit wohl auch andere Tiere fressen und werden auch gefressen. Wenn wir als Menschen uns jetzt als fortschrittlich sehen und auf das Essen von Fleisch verzichten, was passiert dann? Grenzbetrachtung: Alle Nutztiere würden evtl. aussterben, da ja keiner eins ißt und deshalb auch keine mehr gehalten werden. Verwilderte würden sich stark vermehren. Wenn jemand keinen Tod möchte, dann darf er auch kein Leben erzeugen. Nur auf einem ausgestorbenen Planeten würde es kein “Leid” geben. Überall wo Leben ist gibt es auch “Leid” und Tot.

    • A.J. sagt:

      Alle Menschen können Getreidekörner (bzw. die in ihnen enthaltene Stärke) aufschliessen, weil sie dafür das Enzym Alpha-Amylase 1 im Speichel haben – manche mehr (bei denen die Anzahl der Kopien vom Gen AMY1A höher ist), andere weniger gut. Diese Fähigkeit ist eine der jüngsten evolutionären Anpassungen.

      Wenn wir auf Fleisch und andere tierische Produkte verzichten, sind wir als Konsequenz dessen für weniger Leid verantwortlich. Ein Nutztier, das gar nicht erst erzeugt und geboren wird, muss auch nicht leiden. Veganer können und wollen ja überhaupt nicht den Tod an sich verhindern – nur eben unnötiges Leid.

    • H. Läufer sagt:

      Hallo Rene

      ” B12 wird in einem biochemischen Prozess hergestellt”

      Das Pflanzenwachstum ist auch ein biochemischer Prozess ;-) Das im Labor erzeugte B12, insbesondere das Methylcobalamin, ist perfekt für den menschlichen Körper geeignet. Unter Chemie verstehe ich etwas, das nichts in unserem Körper zu suchen hat.

      “es ist oft schwierig rein vegane B12 Produkte identifizieren”

      Das verwechselst du nun wahrscheinlich mit Vitamin D3, was nur selten vegan ist. Da muss man wirklich suchen, und die veganen sind auch ordentlich teuer. B12 ist aber in fast allen Fällen vegan hergestellt.

      “Grundsätzlich möchte ich noch anmerken, dass der Mensch von Natur auf Körner nicht wirklich verwerten kann”

      Das glaube ich nicht. Quelle? Allenfalls Menschen mit Glutenallergie haben mit Glutenhaltigen Getreiden ein Problem. Allerdings kenne ich jemanden mit dieser Allergie. Nun hat er gelesen, dass die allermeisten Menschen viel zu wenig lang kauen. Seit dem hat er sich angewöhnt, alle Speisen so lange zu kauen, bis sie nur noch Brei sind. Und siehe da, nun kann er problemlos glutenhalties Essen verdauen. Das Problem ist also nicht der Getreideanbau, sondern unser stressiges Essverhalten. Ich bin aber durchaus der Meinung, dass Getreide nicht unbedingt die schlaueste Nahrung ist. Man kann es fast nur in Monokulturen anbauen, und bei der Ernte sterben unzählige Kleinlebewesen. Viel besser wäre der Anbau von viel mehr Bäumen und Stäuchern für Beeren, Früchte und Nüsse. Z.B. Heidelbeeren bringen bis auf 2350 müM. gute Erträge. Bäume und Sträucher schützen überdies den Boden vor Erosion, holen selbst in Bio viele Nährstoffen aus den Tiefen des Bodens und bieten so auch ohne Kunstdünger sehr hohe Erträge, binden Unmengen an CO2, fördern die Biodiversität (Insekten, Bienen usw), können sehr gut in Mischkulturen angebaut werden. Ich sehe vor allem in solcher Nahrung die Zukunft, nicht im Ackerbau.

      ” Den Begriff “Leid” möchte ich in diesem Zusammenhang gerne raus nehmen. Hat eher mit nicht artgerechter Tierhaltung zu tun und nichts mit Fleisch essen.”

      Mit artgerechter Haltung kann man das Leid mit Sicherheit massiv reduzieren, aber nicht eliminieren. Ich bin vom Fach und weiss wie das läuft. Wäre die gesamte Menschheit vegan, dann müssten all die “Nutztiere” gar nicht geboren werden = Null Leid für diese Tiere. Die Nutztiere erleiden völlig unnötiges Leid, da sie für unser überleben überhaupt nicht nötig sind. Im Gegenteil, durch den enormen Flächenbedarf der Erzeugung tierischer Lebensmittel, kann dies sogar das Überleben des Menschen gefährden.

      Das Leid der wilden Tiere können wir mit unserem Essverhalten nicht/kaum direkt beeinflussen, aber auch da gibt es vieles zu tun, da wir vielen Tieren den Lebensraum zerstören.

      Aber nur weil wir mit unserem Essverhalten nicht alles Leid verhindern können, heisst das nicht, dass wir das vermeidbare nicht verhindern sollen. Fressen und gefressen werden wird es auf dieser Erde wohl immer geben, und da sollten wir wohl auch nicht eingreifen. Wir Menschen züchten und halten aber extra Tiere, um sie dann einzusperren, zu nutzen und später zu töten. Das ist primitiv, kein Tier macht sowas. Wenn der Mensch aus Not ein wildes Tier jagt, erlegt und isst, dann hab ich damit überhaupt kein Problem. Aber nur, wenn er ansonsten zum Überleben zu wenig hätte. Das ist aber was ganz anderes als das was wir heute tun.

      “Grenzbetrachtung: Alle Nutztiere würden evtl. aussterben”

      So ist es. Und was wäre daran nun schlimm? “Nutztiere” sind meist Züchtungen, die in freier Natur nur mit Glück überleben könnten. Die Natur hat diese nicht durch Evolution hervorgebracht. Nein, der primitive Mensch hat diese unnatürlichen Gattungen für seine eigenen wirtschaftlichen Vorteile gezüchtet. Schweine werden viel zu schwer und bekommen Gelenkprobleme, Milchkühe haben kaum einen Fettansatz der sie schützt und ihre Klauen sind überempfindlich, Eierhühner haben ähnliche Probleme, kämen aber in der Natur besser klar als Milchkühe, Masthühner würden unter dem Eigengewicht zusammenbrechen, usw. usw. Natürlich gäbe es auch Nutztiere, die man problemlos auswildern könnte. Wenn man das mit ganz wenigen Tieren macht, wäre das U.u. noch sinnvoll. ABER: die Menschen werden eh nicht von heute auf morgen vegan. Aber der Trend geht eindeutig in diese Richtung. In 100 – 200 Jahren wird vielleicht, nachdem die Anzahl der “Nutztiere” stetig abgenommen hat, das letzte Tier genutzt/verspeist, und danach sind diese halt fast ausgestorben, mal abgesehen von einige Exemplaren, die in Gnadenhöfen leben, oder die man eben ausgewildert hat.

      Ich kann dich aber beruhigen: es gibt unzählige Arten von wilden Schweinen, Hühnern, Rindern usw. Die werden uns alle erhalten bleiben, sofern wir ihnen den Lebensraum nicht zerstören. Vor allem aber die Tierhaltung beansprucht für die menschliche Ernährung viel mehr Boden als eine vegane Ernährung. Also gerade der Veganismus wird dafür sorgen, dass solche Tiere eher nicht aussterben. Wenn aber die von Menschen gezüchteten Rassen aussterben, dann ist das den betroffenen Rassen wohl ziemlich egal, denn sie haben von Geburt an keinen Wohlfühlkörper. Ihnen ist es wohler, wenn der Mensch dafür sorgt, dass keine Nachkommen mehr geboren werden. Was nicht geboren wird, kann auch nicht leiden.

      “Verwilderte würden sich stark vermehren.”

      Man könnte bei einem Vermehrungsproblem durchaus diskutieren, ob der Mensch durch einen Eingriff die Vermehrung regeln könnte. Sei es nun operativ oder wie auch immer. Solches muss aber vorher gut überlegt sein, und auch andere Alternativen müssen gut angeschaut werden. Aber wie schon erwähnt, mit den heutigen Nutztieren werden wir kaum je so ein Problem haben, da sie eben stetig weniger werden, bis der letzte Mensch zum Veganer wird. Teilweise werden aber schon heute in einigen Gebieten Pillen ausgelegt, damit dann die weiblichen Tiere unfruchtbar sind, denn es gibt Gebiete, wo sich gewisse Tierarten zu stark vermehren (Beispiel: http://www.sueddeutsche.de/wissen/suedafrika-die-pille-fuer-elefanten-1.1629774). Ob ich das nun gut finden soll, weiss ich aber nicht. Dazu müsste ich mich viel intensiver mit dem Problem befassen. Ich kann mich aber nicht mit allen Problemen befassen, sondern mache einfach das was ich kann und wo ich mich auch auskenne.

      “Wenn jemand keinen Tod möchte, dann darf er auch kein Leben erzeugen”

      Wir Veganer wollen nur kein unnötiges Leid. Gegen den Tod haben wir rein gar nichts. Fakt ist aber: Jedes Nutztier erträgt Leid! Und wozu? Nur für den Genuss von uns Menschen! Nie darf ein solches Tier rennen so weit es möchte, einfach frei sein.

      Wir brauchen wirklich keine tierischen Produkte um gesund zu sein. Oder glaubst du, die schätzungsweise mindestens 50 Mio Veganer weltweit schummeln? Mit Sicherheit nicht. Da kannst du noch lange predigen, der Mensch braucht Fleisch oder sonstiges vom Tier, alle Veganer beweisen das Gegenteil. Wir bräuchten ja noch nicht einmal das B12, wir müssten nur alles frisch vom Boden oder vom Baum (ohne es zu waschen!) essen und das Thema wäre gegessen. Tun wir aber nicht, da eben die meisten Menschen nicht so leben wie die wilden Tiere. Wir haben Häuser, Autos, Handys, ziehen Kleider an, bauen Strassen, fliegen mit Flugzeugen, erzeugen Strom und Strahlung, verschmutzen die Luft, usw. Und da wir zu allem Übel auch noch Stundenlang im Büro sitzen, und dadurch zu wenig Sonne abbekommen, verträgt es eben auch mal etwas zusätzliches Vit.D ;-)

      Rene, wir haben heute das Wissen, wie man sich ohne Nutztierhaltung gesund ernährt. Und wir werden immer mehr Menschen mit einem immer grösseren Nahrungsbedarf. Vegan decken wir den mit deutlich weniger Fläche. Ausserdem erzeugen die Nutztiere Unmengen an Methan und Nitrat, die das Klima und den Boden belasten. Darum sollten wir diese Tierversklavung abschaffen, wie wir einst die menschlichen Sklaven abgeschafft haben.

      Nur, so einfach funktioniert das leider nicht. Abschaffen können wir das nur, wenn immer mehr Menschen kapieren, was wirklich Sache ist. Dadurch wird die Nachfrage nach Tierprodukten immer geringer, und was nicht nachgefragt wird, wird auch nicht mehr produziert. Mit meinem Kaufverhalten kämpfe ich nicht gegen Allesesser, sondern fördere den Anbau von Pflanzen. Am meisten erreicht man, wenn man FÜR etwas ist, nicht GEGEN etwas :-) Das hält mich aber nicht davon ab, hier einem Allesesser ein paar Dinge zu erklären, die er noch nicht wissen kann, da er sich noch nicht genug damit befasst hat. Von mir aus kannst du essen was du willst. Aber die “Nutztiere” wären sicher froh, irgendwann nicht mehr geboren werden zu müssen, denn ihr Leben ist ein ultrakurzes Leben in Gefangenschaft mit todsicherem Ende. Nur wir Menschen haben mit unserm Verhalten die Macht, dieser Gemeinheit an den Tieren ein Ende zu setzen.

  7. celine Müller sagt:

    Guten Tag Herr Läufer.
    Wo gibts denn B12-Lutschbonbons? Das klingt lecker ;).

  8. Chris sagt:

    Hm, offensichtlich sind Tobias und ich dem Rene auf die Füsse getreten.
    Was ist denn jetzt mit dem “Fressen und gefressen werden”? Zählt das jetzt nicht mehr als Argument oder diskutiert er denn nur Themen, bei denen er nicht mit unangenehmen Gegenargumenten konfrontiert wird?

    • H. Läufer sagt:

      Vielleicht hat Rene ja nun tatsächlich etwas dazugelernt, oder sieht das Thema wenigstens nicht mehr so einseitig. Oder er denkt: mit den blöden Veganer bringts doch nicht zu diskutieren :-D

      Was mich immer wundert: Allesesser sagen immer, vegan ist nicht gesund, während die, die es machen, einfach gesund sind. Quizfrage: Wer weiss es wohl besser?

      • Chris sagt:

        Und wenn schon was dazulernen dann ja nicht bekannt geben, sonst gäbe man sich ja eine Blösse *Augenroll*
        Und falls er Letzteres denkt, disqualifiziert er sich gleich selbst, dann hab ich was zu lachen.
        Bei einem Kollegen auf der Arbeit auch: alles Omnis, er Veganer aber weithin der Fitteste von allen. Motzen tun sie dann aber aufnehmen mit ihm wills dann doch keiner von den Maulhelden.
        Als schlügen sie sich mit einem Stein auf den Kopf, beklagen sich über die Schmerzen und kacken den zu, der sich nicht haut. War ich als Omni auch so verquehr?

        • H. Läufer sagt:

          Ja das Ganze ist schon ein Mysterium. Ich kann noch nicht mal sagen, wie ich als Omni war, denn ich wusste gar nicht was vegan ist, ich wusste nicht mal, dass es Leute gibt die sich so ernähren. Ich kannte nur die Vegetarier und die Frutarier, mit denen hab ich mich aber nicht wirklich befasst. Ich lebte einfach so in den Tag hinein, Familie und Beruf haben mich offenbar mehr als genug beansprucht. Eigentlich eher durch Zufall kam ich auf den Veganismus, probierte es aus und blieb dabei. Für ich ist es ein Rätsel, warum sich mit dem Veganismus viele so schwer tun, aber was will man machen. Am besten ist immer noch, wenn man positiv bleibt und denkt, einen guten Eindruck hinterlässt, und versucht Verständnis zu haben. Ich denke, auf lange Sicht ist der Veganismus nicht aufzuhalten, irgendwann wird das die am weitesten verbreitete Ernährungsform sein. Vielleicht dauert das nicht mal mehr 20 Jahre. Kann mich aber auch irren, aber wenn es immer mehr Ersatzprodukte gibt, dann vereinfacht das halt den Umstieg enorm. Wenn man irgendwann überall problemlos auch die vegane Variante bekommt, dann wird sich Veganismus rapide ausbreiten. Der Schritt zu der gesunden veganen Ernährung kommt dann bei vielen mit der Zeit automatisch, und wenn nicht ist es bei denen auch nicht schlechter als heute.

  9. Hirschhorn sagt:

    Darf man Vegane Argumente schlachten?
    Fleischverzehr soll im laufe der Evolution durch die bessere Eiweissversorgung wesentlich zur Entwicklung des Hirns beigetragen haben. Das könnte man als böswilligen Umkehrschluss nutzen, dass vegane Ernährung die Hirnleistung einschränkt.
    Naheliegender ist, dass nicht die vegane Ernährung die Hirnleistung einschränkt, sondern die parareligiöse Dogmatik die damit verbunden ist.
    Speisevorschriften sind in den verschiedensten Religionen zu finden. Die „Orthorexie“ der „Richtigessenden“ ist einerseits Ausdruck eines Religionsubstitutes in einer ausufernden Konsumgesellschaft. Anderseits ist die Praktizierung eben dieser Dogmen gleichzeitig abhängig von den Möglichkeiten dieser kapitalistischen Überflussgesellschaft, die Lebensmittel jeder Provenienz, zu jeder Zeit, in beliebigen Mengen zu Ramschpreisen verfügbar macht.
    Allerdings sind vor dem Teller nicht alle Menschen gleich, Essen ist eine „Klassenfrage“ die Ärmsten essen nichts „Bildungsfernen in der Unterschicht“ fressen Gammelfleisch, Süsswaren und Junk Food. Die Gutverdienenden delektieren sich in sensorischer Opulenz am Edlen. Die veganen „Edelmenschen“, bei denen sich Einkommen und Bildung harmonisch gepaart haben versuchen getreu Morgensterns „Hecht “ „am vegetarischen Gedanken, moralisch sich emporzuranken“ -damit sie in philosophischer, ethischer und moralischer Empörung hinunterschauen können.
    Zum Beispiel auf mich !
    Denn ich habe letzthin meine 19- jährige Lieblingskuh geschlachtet -und davon gegessen¨! Zuvor 18 Jahre von ihrer Milch getrunken, Käse gemacht und ihn gegessen! Die Kuh, -Agathe hiess sie war eine imposante Erscheinung mit grossen Hörnern und einem friedlichen Charakter oft hat sie mich beleckt und wenn ich ihr auf der Alp gerufen habe, ist sie zur Hütte gekommen. Ihren Schädel habe ich ausgekocht und auf eine Stele gestellt. Manchmal fahre ich ihr mit der Hand über die Stirn und spreche mit ihr.
    Eine ökologisch und ethisch verwerfliche schizoide Perversion? , -oder genetisch determinierter wertkonservativer bäuerlicher Pragmatismus?
    Die Agate hat ihr ganzes leben lang nie Kraftfutter gefressen, ich nie Tofu aus argentinischer Soja.
    Beim Essen die philosophische, ethische und moralische Empörung auf die Nutzung von Tieren zu fokussieren lässt auf eine begrenzte Wahrnehmung schliessen. Das ist ein kein unbekanntes Verhalten bei ausgeprägter Animaphilie. Der Vegetarier Hitler liebte seinen Schäferhund mehr als die Juden, Heinrich Himmler, ein überzeugter Vegetarier bezeichnete eine Jagdgesellschaft von SS-Offizieren als blutrünstige Tiermörder, selber ass er Gemüse, das ihm KZ-Häftlinge auf einem Bio-Dynamischen Versuchsgut anpflanzten, bevor sie vergast wurden. Die Achtung des Tieres ist kein Garant für moralische Integrität, der Verzehr von Fleisch kein Indiz für moralische Verwerflichkeit.

    Die Moralische Frage ist: Wo und wie werden Lebensmittel produziert, mit welchen sozialen politischen und ökologischen Auswirkungen für Menschen, Tiere und Umwelt .- und wie viel davon wirft unsere Wohlstandsgesellschaft wieder auf den Müll? (30%!)
    Nahrungsmittel sind ist das sicherste Investment für das Kapital. Die Fläche der fruchtbaren Böden nimmt ab und wird zum Spekulationsobjekt, das verfügbare Wasser ist begrenzt, die Phosphate gehen zur neige, im Ackerbau wurden Ochsengespann und Pferdezug durch Traktor und Erdöl substituiert, das Klima verändert sich, nur die Anzahl der Esser steigt an.
    Millionen von Menschen verhungern Millionen von Kleinbauern üben sich in der Kunst, Lebensmittel zu produzieren ohne selbst dabei zu verhungern. Die Agroindustrie macht fette Gewinne.
    Wenn ich auf der Alp keine Kühe mehr halten würde, wären die Veganer geladen, selber ins Gras zu beissen.

    Hirschhorn

    • Onkel Arnold sagt:

      Wertes Hirschhorn,

      da Sie in Ihrem pseudointellektuellen Erguss entgegen Ihrer Einleitung in keiner Weise auf die veganen Argumente eingehen, sondern nur ein kultur- und sozialpessimistisches Lamento von sich geben, liste ich die wichtigsten Gründe für eine vegane Ernährung extra für Sie gerne noch einmal auf:

      - Tierethik
      Sie sind der Meinung, dass wir Veganer uns nur deswegen Tieren gegenüber ethisch verhalten, weil wir uns Omnivoren moralisch überlegen fühlen wollen. Finden Sie in dem Fall auch, dass sich Leute, die nicht stehlen, das nur deshalb nicht tun, um auf Diebe hinabblicken zu können? Ihre Annahme entbehrt jeglicher Rationalität.

      -Umwelt/Resourcen
      -globale soziale Gerechtigkeit
      Zu diesen Stichworten finden Sie auf der Seite hier Material zu Haufe, geben Sie acht, dass Sie sich damit nicht überfordern.

      Zur Schlachtung Ihrer “Lieblingskuh”: Würden Sie Ihre Handlungen ebenso selbstsicher in einem öffentlichen Forum hinausposaunen, wenn es sich bei Ihrem Opfer um einen Hund oder eine Katze gehandelt hätte? Würden Sie in ihrer Wohnung auch den Schädel Ihres Hundes auf eine Stele stecken? Wenn nein, wieso nicht? Aber höchstwahrscheinlich ist Ihre Geschichte sowieso frei erfunden. (Agat(h)e, zweimal anders geschrieben)

      Zu guter Letzt: Veganismus hat, im Unterschied zu Karnismus (Ideologie der Omnivoren), keinerlei Parallelen zu Religion. Viel eher sind die Gründe, weshalb die Menschen selbst im 21. Jhdt. noch eine Figur Namens “Gott” aus einem Jahrtausende alten Märchenbuch für wahrhaftig halten, dieselben wie jene, weshalb sie Fleisch essen: Bequemlichkeit, Gewohnheit, Tradition.

      P.S.: Hitler hörte gerne Wagner. Ich höre auch gerne Wagner. Muss ich mich jetzt schämen?

  10. Chris sagt:

    Haaaaaach, welch schöne Welt, reich gespickt mit linguistischen Delikatessen da präsentiert wird. Nur wird beim Lesen schon am Anfang klar, dass der sprachliche Glanz wohl so sehr blenden soll, dass er die lesende Person die inhaltlichen Unzulänglichkeiten übersehen machen soll.
    Vorab: deine Eloquenz und dein Ausdruck sind erste Klasse und das Lesen ein Genuss.
    Jedoch sind Entwicklung und Leistung zwei Substantive mit komplett anderer Bedeutung. Während die Entwicklung des menschlichen Hirns Millionen Jahre dauerte, bezeichnet die Leistung das Produkt aus Aufwand und Entwicklungsstadium und ist meist auf eine recht kurze Zeitspanne begrenzt.
    Das menschliche Hirn hat tatsächlich profitiert von der Eiweisszufuhr der letzten x tausend Jahre. Wenn ich mir aber ansehe, was “der Mensch” heutzutage daraus macht (Mikroplastik im Trinkwasser, offene Entsorgung radioaktiver Abwässer in Sellafield und La Hague, Kriege aus rein wirtschaflichen Gründen usw.), dann stellt sich mir die Sinnfrage dieser Entwicklung.
    Viele Mitglieder der veganen Community wirken echt wie der strafende Pfaffe auf der Kanzel, da muss ich dir Recht geben. Da liegt jedoch kein – wie für den oberflächlich Beobachtenden vermeintlich ja sooo gut erkennbar – Dogma als Ursache dahinter sondern der Schock, die Abscheu, das Schuldgefühl etc. ob den Taten, die “der Mensch” mit seinem hochentwickelten Hirn zu verüben fähig ist – und der unerschütterliche Wille, an diesen Zuständen etwas zu ändern. Das ist dann die Leistung des Gehirns, got it?
    Deine Agate in Ehren, lieber Hirschhorn, eine Kuh, die einen ein Leben lang begleitet, deren Milch etc…
    Vorab: Würde kann man selten lernen, das wird einem beigebracht. Dann: 2013 gab es in der Schweiz knapp 1.6 Mio. Kühe. Würden alle nach deiner Art leben, müssten wir die Schweiz in die Höhe bauen. Und ich stell mir grade das Chaos vor, wenn nur schon jeder in Zürich seine eigene Kuh hätte :-)
    Ferner: wenn sie echt 18 Jahre lang Milch gegeben hat, musste sie jedes Jahr geschwängert werden. Hast du die Kälber jetzt alle auf der Wiese stehen? Weibliche UND männliche (die keine Milch geben…)?
    Der nächtste feuchte Traum: sie bekam nie Kraftfutter. Schön für sie! Sie musste ja offensichtlich nur für dich und dein nähreres Umfeld Milch geben. Aber eben: wir haben nicht 8 sondern nur 1.6 Mio. Kühe im Land, die die Milch für die 8 Mio. Konsumenten geben sollen. Das geht ohne Kraftfutter nicht; diese Tiere würden auf der Weide glatt verhungern beim Fressen. Also brauchts halt die 3000 Tonnen importierten Kraftfutters pro Monat doch. Und da zeigt sich dann wiederholt der Blender, der Unwissen hinter stilistischer Opulenz verbirgt: das Soja für Kraftfutter wird direkt vor Ort (meist Südamerika und ferner Osten) hergestellt und den Viechern verfüttert, die dann bei uns auf dem Teller landen. Meist ist genau dieses Soja auch mit manipulierten Genen ausgestattet um die Ernte zu maximieren. Im Gegenzug dazu wird das Soja zur Erzeugung von europäischem Tofu auch hier in Europa angepflanzt.
    Dieses “Soja aus Südamerika”-Ding ist mittlerweile so obsolet, dass nur noch besonders bildungsresistente Naturen es glauben. Einfach den Stammtischproleten nachzugeifern reicht halt nicht, lieber Hirschhorn, da nützt auch sprachliche Exzellenz nichts.
    Und die Heckenschüsse mit Hitler und Himmler kannst du dir sparen, sonst könnte ich ja damit kommen, dass Stalin Fleischesser war, die Amerikaner in My Lai und im Sezessionskrieg, die Israelis im Gazastreifen…merkst du was?
    Vor einigen Jahren schon hab ich in einer dem Bauernstand nahe stehenden Zeitschrift gelesen, dass sich Bauern zunehmend darüber beschweren, dass die Milchleistung der Kühe zwar steige, die Kletterfähigkeit derselben darob jedoch stark rückgängig sei. Derweilen ergötzt du dich ob deiner paar Rindviecher auf der Alp…ist das nun begrenzte Wahrnehmung oder eine eingeschränkte Sichtweise? ;-)

  11. Babo sagt:

    Liebes Hirschhorn

    Ich konsumiere keine Kuhmilch, keine Eier, kein totes Tier (auch nicht als Leder) etc. und doch schaue ich nicht auf andere Leute herab. Erst recht nicht, wenn die sich für eine andere ethisch vertretbare Lebensweise entscheiden. Persönlich bedaure ich sogar, dass ich von den gängigen Produktionsbedingungen in der Milchwirtschaft quasi genötigt werde, auf Kuhmilch zu verzichten. Denn im Grundsatz finde ich es auch richtig, die paar Grashalme als Tierfutter zu nutzen, die hierzulande irgendwo wachsen. Und doch kommt jetzt ein grosses Aber: Eine durchschnittliche Schweizer Kuh frisst rund 100 kg brasilianisches Soja pro Jahr. Allein damit könnte man schon über 1000 Liter Sojamilch produzieren. Dazu kommen auch noch grössere Mengen an Getreide und Mais, die auch (zumindest teilweise) für die menschliche Ernährung taugen. Das bayrische Landwirtschaftsministerium (durchaus keine vegane Gesellschaft) hat mal kalkuliert, wieviele für den Menschen direkt nutzbare Kalorien in eine Kuh reingehen und wieviele rauskommen. Es kommen gemäss der Studie 101% der reingesteckten direkt für den Menschen nutzbaren Kalorien wieder heraus, also fast genau das, was man reingesteckt hat. Die heutige Durchschnittskuh produziert also keine Nahrung mehr – dafür umso mehr Klimagase (insbesondere Methan). Aus Ressourcengründen kann man so ein Produkt nur boykottieren, zumal beispielsweise das Soja, das die Kuh frisst, auch nicht von hier stammt und in Brasilien die Tropen zerstört.
    Du führst aber nun auf, dass du der Kuh kein Kraftfutter gibst. Ich weiss nicht, was du alles als Kraftfutter bezeichnest. Maissilage gibst du wohl auch. Fakt ist, dass es eine zusätzliche Tierquälerei wäre, einer Hochleistungskuh (die als Qualzucht per se von Tierquälerei betroffen ist) Kraftfutter vorzuenthalten, weil sie mit Gras ihren Nährstoffbedarf unmöglich decken kann. Du scheinst aber auch dahingehend ein Exot zu sein und musst wohl noch altes Braunvieh oder eine andere alte Rasse haben (i.e. nicht Brown Swiss oder gar Ho(h)lstein) mit einer Jahresleistung von vielleicht 5000 Litern, besser für die Kuh sogar etwas weniger. Damit gehörst du zu einer verschwindend kleinen Minderheit, die meinetwegen gerne auf der Alp weiter eine Kuh halten soll. Deine Ausführungen bleiben aber für die eher städtisch orientierten Veganer völlig irrelevant, weil man in der Stadt fast unmöglich an vernünftig produzierte tierische Produkte kommt. So oder so hätte es nicht für alle genug. Wenn nur aus Gras tiergerecht produzierte Milch werden dürfte, könnte in der Schweiz nicht mal ein Drittel der heutigen Milchmenge produziert werden. So gesehen kann man deine Probleme mit Veganismus getrost erst dann angehen, wenn mindestens 2/3 der Bevölkerung vegan leben. Bevor das der Fall ist, ist dein Kommentar im Wesentlichen eine Nebelpetarde.

    P.S.: Mit ein paar Ausführungen hast du natürlich völlig recht. Phosphatdünger wird bald ein echtes Problem, weil wir wegen massloser Viehzucht zu viel davon verschwenden. Auch dahingehend wäre eine pflanzlichere Ernährung vorteilhaft.

    P.P.S: Man kann sich auch vegan sehr Eiweiss lastig ernähren, wenn man das denn für nützlich hält. So von wegen Hirnleistung. ;-)

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