Veganer-Kind gelähmt

18.06.2011   |  7 Kommentare   |   Kategorie: in den Medien, vegan.ch - Archiv

Wieder einmal wird in den Medien von einem Fall berichtet, bei dem das Kind veganer Eltern krank geworden ist.

Folgende Kommentare wurden auf Facebook ‘überhört’ und bieten sich (in anonymisierter Form) sehr gut an um dieses Thema exemplarisch aufzugreifen:

A Was soll mensch davon halten?

B ich war auch echt erschrocken auf dem veggie-weekend, wie viele da gemeint haben, b12 müsse man nicht supplementieren und sie würden nicht daran glauben etc. auch von omega3 haben viele keinerlei ahnung. angesichts dessen kann ich die warnungen vor veganer kinderernährung schon verstehen… wer kinder vegan ernähren will, sollte sich auf jeden fall mit ein paar fakten auskennen.

C Wobei vegane Ernährung für Kinder ja bestens geeignet wäre, wie auch die weltgrösste Organisation von Ernährungsexperten, die ADA, meint. Solch idiotische Eltern rücken das Ganze aber natürlich in ein schräges Licht. Schade, solche Einzelfälle machen natürlich jede Menge Negativpropaganda.

DIch selbst musste gestern erst eine Freundin informieren. Bei ihr war auch Mangelernährung aufgrund Veganismus hängengeblieben. :(

E klar ist vegane ernährung für kinder gut geeignet, aber die ada sagt glaub ich auch “ausgewogene und gut geplante” oder so ähnlich.  das bedeutet, kein puddingveganismus, also auch nicht nur nudeln, zucker und brot, sondern unbedingt auch viele reife früchte, nüsse, omega3-öl wie leinöl und – für den kindergaumen leider offenbar nicht immer das angenehmste – abwechselnde gemüse. auch nicht empfehlenswert sind zu viel sojaprodukte wie sojamilch und tofu, die ich eher auf rund 2-3mal die woche beschränken würde. also nicht morgens sojajoghurt, mittags tofuwürstchen und abends nochmals brot mit tofuaufschnitt. und sich mal eine halbe stunde das alles durchlesen: dann klappt’s mit der gesundheit besser als bei jedem omni!

F Die anderen hunderttausend Fälle von Kindsvernachlässigung – bzw. misshandlung sind zu wenig spektakulär, dass sie jedesmal in den Medien kommen. (Beispiel) “Schätzungen (Esser, 2002, S.103) zufolge sind circa 5-10 % aller in Deutschland lebenden Kinder von Vernachlässigung betroffen. … “

G völlig unbrauchbare Presse! Verunsichert nur das volk dass sich nicht selbstständig informiert!

H Ich kenne auch zwei mittlerweile erwachsene Jugendliche, die seit sie von der Brust weg sind vegan aufgewachsen sind.

I Ich denke unter den konventionell ernährten Kindern sind eher mehr mangel- und fehlernährte als unter pflanzlich ernährten. Man schaue sich nur die KIGGS-Studie an, demnach sind allein 15-20% der Kinder bis 17 in Deutschland übergewichtig, ergo fehlernährt. Diese Quote erreichen vegane Kinder sicher nicht :-)


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Kommentare (7)

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  1. soischäs sagt:

    Der Link zu “das alles durchlesen” führt ins nichts. Hier lang geht es zu der betreffenden Seite:
    http://www.provegan.info/de/kurzueberblick-naehrstoffe-vitamine-mineralstoffe-und-spurenelemente/

  2. admin sagt:

    Danke soichäs. Ist korrigiert.

  3. Veggie sagt:

    Also was soll man jetzt davon mitnehmen? Lähmung aufgrund von Mangelernährung (B12-Mangel) oder aufgrund von Diphtherie (weil eine Impfung verweigert wurde)?

  4. danie sagt:

    Genau. Und wieviele nicht-vegane Eltern gibt es, die Schulmedizin ablehnen und deren Kinder ebenfalls permanente Schäden davontragen?

  5. Veggie sagt:

    Dem stimme ich zu.

    Ich weiß nicht, warum die Eltern Impfungen verweigerten, (Zuviel von Alternativmedizin, New Age-Esoterik und Co. beeinflusst?), aber ich denke die große Mehrheit der veganen Eltern zeigt sich sehr aufgeschlossen gegenüber der bewährten Schulmedizin.

    Gerade Diphtherie ist ja in Europa kaum verbreitet, da eine Impfung dieser im Kleinkindalter als selbstverständlich und bewährt gilt. Nicht der Veganismus ist es bei diesem Vorfall, der in Kritik geraten sollte, sondern die von manchen Impfgegnergruppen vermittelte Botschaft, jegliche Art von Impfungen wäre nicht notwendig.

  6. Marco C. sagt:

    Es gibt keine Schulmedizin, es gibt wissenschaftliche Medizin und Hokuspokus. Dass zweiteres mit Veganismus assoziiert wird, liegt weniger am Veganismus selbst als an der kompletten Inkompetenz der jeweiligen Schreiberlinge.

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