Stellungnahme der Veganen Gesellschaft Schweiz zum Artikel im Tagesanzeiger

07.11.2011   |  25 Kommentare   |   Kategorie: Gesundheit, in den Medien, News, VGS

In einem Bericht des Tagesanzeigers, welcher auf verschiedenen Internetportalen erschien, wird auf Kinder eingegangen, welche durch eine Mangelernährung und fehlende medizinische Behandlung in Lebensgefahr gebracht werden. Wir, die Vegane Gesellschaft Schweiz (VGS), finden es untragbar, dass durch eine Vernachlässigung und unterlassene Hilfeleistung die Gesundheit der Kinder aufs Spiel gesetzt wird. Bedauerlich ist jedoch auch, dass durch den Artikel der Eindruck erweckt wird, dass eine vegane Ernährung gefährlich und ungeeignet für die Bedürfnisse eines Kleinkindes wäre.

Nur am Rande wird erwähnt, dass das Problem “nicht die vegane Ernährung an sich, sondern der – bewusste oder unbewusste – Verzicht der Eltern auf zusätzliches Vitamin B 12” ist. Vitamin B12 ist allgemein knapp bemessen in unserer Ernährung, so dass alle Menschen darauf achten sollten. Die Vegane Gesellschaft Schweiz empfiehlt denn auch ausdrücklich, B12 zu supplementieren und mittels Bluttest zu kontrollieren.[1] Gerade im frühen Kindesalter sollte es selbstverständlich sein, dass die Ernährung des Kindes (und während der Stillzeit auch die der Mutter) gut geplant wird. Eine vegane Ernährung ist unter diesen Umständen auch völlig unproblematisch und bringt sogar gesundheitliche Vorteile mit sich.

So sagt beispielsweise die American Dietetic Association (ADA), die grösste Organisation von ErnährungsexpertInnen weltweit, dass eine gut geplante vegane Ernährung für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet ist, einschliesslich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz.[2] Sie führt weiter aus, dass eine vegane Ernährung viele gesundheitliche Vorteile hat, und beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes und Krebs senkt.

Wir hoffen, dass die VGS in Zukunft Aufklärungsarbeit leisten kann, so dass vegane Eltern und KritikerInnen der veganen Lebensweise gleichermassen besser über die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung sowie die Vorteile der veganen Lebensweise informiert sind.

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Kommentare (25)

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  1. danie sagt:

    Vielen Dank für eure Stellungsnahme, spricht mit vollkommen aus dem Herzen!

  2. Annette sagt:

    Ja, vielen Dank für diese wertvolle Stellungnahme. Berichte wie der im Tagesanzeiger zeigen ein völlig verzerrtes Bild. Schade.

  3. Anna D. sagt:

    Eine sehr gelungene Stellungnahme!
    Sie bleiben sachlich, spielen die Problematik nicht herunter, und machen doch bestimmt Ihren Standpunkt klar, indem Sie ihn mit einer seriösen Quelle untermauern.
    Die Arbeitsweise der VGD gefällt mir jetzt schon sehr gut!

  4. Cheesy sagt:

    Ich habe den Artikel heute auch gelesen.
    Natürlich ist es unhaltbar, dass Eltern ihre Kinder unterversorgen so dass derarte Mangelerscheinungen eintreffen. Immerhin wird im Artikel aber erwähnt, dass nicht die vegane Ernährung an sich das Problem ist!
    Btw.: Wieviele fleischessende Eltern achten nicht auf die Gesundheit ihrer Kinder und ernähren sie völlig einseitig fleischlastig und mit Fastfood, so dass teilweise schon Kleinkinder total übergewichtig sind.

  5. Yv Sa sagt:

    Der Artikel ist erschreckend, aber er Verzerrt die Tatsachen. Mit einem Kind nicht zum Arzt zu gehen, hat nichts mit der jeweiligen Ernähung zu tun, sonden ist einfach Vernachlässigung und darum geht es eigentlich.
    Danke für diese Stellungnahme, die war wichtig.

  6. Mausflaus sagt:

    v.a. ist das kind ja auch NICHT an der ernährung gestorben, sondern an diphterie!

  7. spitzbart sagt:

    Auch von mir ein dank für die Stellungnahme!
    Zitat: Wir hoffen, dass die VGS in Zukunft Aufklärungsarbeit leisten kann, so dass…
    Bitte belasst es nicht beim hoffen! Es ist an der Zeit, die Wichtigkeit der vollwertigen Versorgung des Kinderkörper grossflächig zu propagieren!
    Ich meine damit nicht den Verzerr von Fleisch etc. sondern die auch von euch genannten Versorgung von den elementaren Mengen.- und Spurenelementen.
    Mit grösstem Respekt der omnivore spitzbart

  8. Vurrito sagt:

    Grad kam bei 10vor10 ein ähnlich verwirrender Bericht, der vegane Ernährung und unterlassene Hilfeleistung vermischt. Die Sendung wird bestimmt in Kürze auf http://www.videoportal.sf.tv/ zu finden sein.

  9. Himbeere sagt:

    die Leserkommentare sind noch um ein Vielfaches schlimmer,,, mir stehen die Haare zu Berge. Schrecklich.. sollte man sich gar nicht antun so ein Mass an Dummheit wenn man den Abend noch geniessen will, für mich leider zu spät

    • Yv Sa sagt:

      Mit dem Kommentaren ging es mir ähnlich. Dafür hatte ich auch keinen Nerven. Aber eine Nachricht an die Redaktion konnte ich mir nicht verkneifen. Immerhin ist der Artikel schuld daran, dass hier ein falscher Eindruck erweckt wurde.

  10. Cheesy sagt:

    Ich kann es mir vague vorstellen und lese sie deshalb wohl gar nicht erst *uik*

    @VGS: Habt Ihr dem Tagi Eure Stellungnahme als offiziellen Leserbrief geschickt? Bin gespannt ob da morgen was im Tagi ist…

    @Vurrito: Was kam denn auf 10 vor 10? Bezog es sich auf diesen Artikel oder was ‘neues’?

  11. Andrea Stolz sagt:

    http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/26686751

    Leider hat die 20minuten Ostschweiz das Thema ebenfalls gross rausgebracht…

  12. Vielen Dank für diese Stellungnahme! Mir wurde schlecht als ich den Artikel über die armen, veganen Kinder gelesen hab. Als 2-fache Mutter bin ich sehr froh, dass diese Stellungnahme erfolgt ist, vielen Dank!

    • Vanessa sagt:

      Hast du zwei vegane Kinder? Meine Tochter ist ein Jahr alt und vegan. Darf ich deine E-Mail Adresse um mir ein paar Tips ein zu holen?

      • Hi Vanessa, sorry, hab deine Antwort erst jetzt gelesen. Ja, ich hab 2 vegane Kids. Wenn du Fragen hast etc. kannst du dich am besten auf facebook bei mir melden. Lg

  13. Cheesy sagt:

    Der wirklich nervige Artikel ist heute im Tagi:
    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Kinder-vegan-zu-ernaehren-ist-unmoralisch/story/28522474

    Zitat u.a.:
    “Selbstverständlich dürfen die Eltern nach dem 18. Geburtstag ihrer Kinder gerne versuchen, sie von ihrer Ideologie zu überzeugen. ”

    Krass… genau, Kinder bitte erst ab 18 Jahren mit der bösen Welt in Berührung bringen. Oje…

    Der heutige Artikel ist wirklich um Längen schlimmer (schlechter) als der von gestern…

  14. Andreas sagt:

    “Eigentlich müssten die Eltern ihre Kinder gemäss den Werten erziehen, die in der Gesellschaft vorherrschen.” Ich teile diese “Werte” aber nicht, die von dem Grossteil dieser Gesellschaft akzeptiert ist, weil ich überzeugt bin, dass meine eigenen Werte die bessere Lösung sind. Jede Familie die Kinder hat und diese vegan ernährt trifft eine hoffentlich bewusste und wohl überlegte Entscheidung, die bestimmt nicht die praktischste und einfachste Lösung ist und in jedem Fall zu respektieren und legal unantastbar ist. Jede Familie die ihre Kinder traditionell ernährt trifft in diesem Fall gar keine Entscheidung, sondern läuft stur auf dem Trampelpfad der grossen Kolonne hinterher.

    Ausserdem: welches Kind entscheidet sich selber für Milch und Fleisch? So ein naiver Denkfehler! Kein Säugetier auf diesem Planeten entscheidet sich gegen die Ernährung der Eltern oder dem was einem vorgesetzt wird. Das Kind trifft also bis zu einem gewissen Alter definitiv KEINE Entscheidung!

    Selbstverständlich ist es aber unverantwortlich wenn Eltern ihren vegan leben Kindern kein B12 zufügen. In diesem Fall ist aber anzunehmen, dass diese vegan lebenden Eltern selber auch kein B12 konsumieren und sich damit selber stark schaden. Man kann die Diskussion jetzt mit Äpfeln und Birnen weiterführen. Die Kinder die keine Äpfel zu essen bekommen….

    Das sich im Tagesanzeiger ein so mit der Thematik naiver “Leiter der Ethikstelle” in so faschistoiden Zügen zum Scheuklappen-Leben in Mainstream bekennt ist einfach nur erschreckend. Es ist eine Schande sich zum einem solch positiven Thema wie Veganismus bei Kindern so abgrundtief negativ zu äussern und zu diskutieren ob es rechtlich legitim ist den Eltern die Kinder wegzunehmen und mit schwerwiegenden Straftaten wie sexueller oder körperlicher Gewalt zu vergleichen.

    Solche Artikel sollten jedem Veganer den Mut geben es der blinden, fettleibigen Cholesterin-Gesellschaft zu zeigen und zu beweisen, dass die eigenen Kinder der Gefahr durch Fehlernährung erzeugten Krankheiten nicht ausgesetzt sind!

    Herzlichen Dank an die Vegane Gesellschaft Schweiz für diese treffende Stellungnahme!

  15. Maria sagt:

    Ich esse Fleisch und es geht mir gut!

  16. Céline sagt:

    gestern im 10 vor 10 wurde auch etwas zu diesem Thema gesagt
    http://www.videoportal.sf.tv/video?id=bb1dfff5-a494-48d3-a29b-f11c50ce3adb;DCSext.zugang=videoportal_sendungsuebersicht
    Beitrag: Kinderdrame, min 2:10

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