Letzte Woche sind in einigen grossen Zeitungen Artikel und Beiträge zum Thema Vegetarismus erschienen.
Anlass die Thematik aufzugreifen ist das am 19. August auf deutsch erscheinende Buch von Jonathan Safran Foer ‘Eating Animals‘ in dem er über die Massentierhaltung und den Vegetarismus schreibt und in den USA grosse Wellen geworfen hat. Leider hat Foer keinen ethischen Hintergrund und weder der Veganismus noch Abolitionismus werden als Lösung erkannt oder behandelt.
Interessant ist im Interview mit der Zeit die Ausrede-Antwort zur Veganismus-Thematik von Foer auf die Frage:
ZEIT: Wenn es Ihnen nicht um die grundsätzliche Frage des Tiertötens geht, sondern um die Massentierhaltung, warum plädiert Ihr Buch dann nur für Vegetarismus und nicht gleich für Veganismus? Das tierquälerische System der Aufzucht, Haltung und Schlachtung ist schließlich dasselbe, ob für Fleisch, Eier oder Milch.
Foer: Es ist dasselbe. Allerdings war ich bei Beginn meiner Arbeit mit vielen Themen wie Milchwirtschaft und Legehennenhaltung nicht vertraut; ich kam eigentlich erst dahin, als ich mich schon mitten im Buch befand, und dann hätte ich ein ganz neues Feld aufmachen müssen. Das wäre ja fast ein zweites Buch. Außerdem macht es einen Unterschied, ob man Leute versucht zu ermutigen, weniger Fleisch zu essen – das wäre für die meisten Leser nicht so schwierig. Aber auch noch Eier und Milch wegzulassen, das ist für viele Leute schwierig. Ich wollte mit diesem Buch eine Balance halten. …
Also dann erwarten wir hoffentlich auch eine zweite, vollständige Ausgabe!
Es ist zwar erfreulich zu sehen, wenn auf Seite 2 des Tages-Anzeigers ein Milch-kritischer Artikel erscheint, oder zumindest mit dem Bild und der Legende dazu zuerst den Anschein gemacht wird.
Der Autor Felix Maise (welcher schon mehrere Tierhaltungs-kritische Artikel) verfasst hat, beginnt mit einer gehörnten Portion Sarkasmus um die gängige Bio-Falle:
Milch ist ein reines Naturprodukt. Biomilch noch viel mehr. Denn Biomilch stammt von glücklichen
Kühen, die auf saftigen Weiden den lieben langen Tag gemütlich Gras fressen und daraus den begehrten weissen Saft produzieren. Und die Kühe haben natürlich Hörner, denn Rinder gehören zum Hornvieh, wie man in der Heimat des Volks der Hirten seit Generationen weiss.
Nicht nur McDonalds lügt uns immer wieder an, sondern eben auch die Migros und Coop mit den Bildern von behörnten Kühen auf ihren Labels. Egal ob Kraft-strotzende, schön gefleckte, behörnte und mit einer Glocke bimmelnde, scheinbar gemütlich grasende Tiere dargestellt oder sogar auf der Weide gesehen werden – die Realität für die Kühe in der Industrie (sei es nun Bio oder nicht) ist grausam, trostlos und wird immer frühzeitig und gewaltsam beendet. Auch die Kälber werden jeweils sofort oder etwas später der Mutter entzogen, gemästet und zu Fleisch verarbeitet.
Die Alternative zur Verstümmelung, Kastration, trostlosem Leben angebunden in einem Stall, künstlicher Befruchtung, Hitze-Tortur und Fliegenbefall ist ganz einfach. Diese lautet NICHT Bio-Milch sondern GAR KEINE Milch und Produkte wie Butter, Käse und Fleisch von Kühen zu konsumieren und vegan zu leben.
Mehr zur Bio-Lüge in diesem Beitrag von Tier im Fokus:
Bio-Milch von Bio-Kuh oder: Was die Werbung nicht alles verbirgt
Am 24. Juli 2010 hat sich die Tierpartei Schweiz (TPS) gegründet und soeben wurde auch der Web-Auftritt vollständig aufgeschaltet.
Mit dem Präsidenten der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV), Renato Pichler (links im Bild), ist sicherlich zumindest ein Veganer mit von der Partei. Hoffen wir also, dass auch die Förderung der veganen Lebensweise teil des ‘Partei-Programms’ wird und, dass die Partei wirklich Tieren zu helfen vermag in dem sie eine strenge Linie gegen die Nutzung von Tieren durch den Menschen einbringt, und nicht nur weitere ominöse und, wie die Tierschutz-Vergangenheit zeigt, unnütze Verbesserungen in der Ausbeutung unterstützt.
Der designierte Präsident Thomas Märki schreibt auf Facebook: ‘Die Tierpartei Schweiz ist KEINE Vegetarierpartei. Dafür gibt es den SVV.’ Mitdiskutiert werden kann hier auf Facebook.
Hier der Pressetext zur Gründung:
Im Blog des Schweizer Tierschutzes (STS) ist aktuell ein äusserst bedenklich stimmender Eintrag des Geschäftsführers zu finden. Er schildert darin ein Gespräch mit einer Frau die seit 30 Jahren als einzig tierliches Produkt nur Butter konsumiert und meint:
“Eure frühere Präsidentin sagte einmal in einem Interview, dass sie Fleisch esse. Diese klare Aussage hat mich sehr beeindruckt, obwohl ich ja überzeugte Vegetarierin war und bin.“
STS-Präsident Huber kommt dann vollkommen unverständlich und unbegründet zum Schluss:
Das Fazit: Auch ein Fleischesser kann ein guter Tierschützer sein.
Da bleibt einem doch trotz Kenntniss vorgängiger “Tierschutz”-Aktionen des STS die Spucke weg!
Herr Huber – wer Tiere einsperren, kastrieren, enthornen und töten lässt für die Produkte die man selbst konsumiert ist KEIN Tierschützer. Im Gegenteil. Es ist eigentlich völlig unvorstellbar wie eine solche Schlussfolgerung eines rational denkenden Menschen zustande kommt. Es scheint ein auf Tierprodukte fixiertes, zwanghaftes und irrationales Denkmuster vorzuliegen von dem sich der Tierschutz scheinbar unmöglich befreien kann oder will.
Vielleicht kann jemand seine Schlussfolgerung nachvollziehen?
Die Zeitschrift Beobachter bezeichnet sich als
“… einzigartig in der Medienlandschaft. Er ist stark für seine Leserinnen und Leser. Er kämpft für ihre Rechte, schützt ihre Interessen, gibt ihnen aktuelle Tipps und Ratschläge. …”
Anscheinend hört der Kampf für den Beobachter bei den Menschen auf. Echter Tierschutz ist auch Menschenschutz, lieber Beobachter. In dem kürzlich erschienen Artikel wird über die neue Tierrechts- und Vegan-Szene in der Schweiz hergezogen und bewusst in ein schlechtes Licht gestellt.
Auffallend ist, dass es sich bei den meisten Menschen hinter diesen neuen Vereinen und Einzelinitiativen um (Beinahe-)Veganer handelt, denen der konventionelle Tierschutz nicht weit genug geht… (Ganzer Artikel)
Wiederum wird die lästige Verknüpfung mit einzelnen Gewalttaten aufgeführt. Ein Makel der denjenigen unter uns die es mit gewaltfreier Aufklärung ernst meinen noch lange anhaften wird. Ebenso mühselig ist es, dass immer wieder die gleichen Exponenten in diesem Rahmen zitiert werden, welche noch immer die alten Schemen von Tierschutz und ‘etwas weniger tote Tiere Essen’ Paradigmen vertreten.
Eine wahrlich tragische Geschichte hat sich kürzlich in Uznach ereignet, wie in diesem Artikel berichtet wird:
Zusammen mit einem befreundeten Landwirt betraten sie die Weide, um das Kalb mit der Mutter von der Herde abzusondern und in den Stall zu treiben. … Die Kuh habe die Menschen, die ihr das Kalb weggenommen hätten, als Feinde angeschaut, sagte Giger auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Hier wird ersichtlich, wie sehr sich eine Mutterkuh wehren kann. Fast alle Kälber werden in der Rinderhaltung sofort oder nur wenige Stunden nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt. Danach werden sie möglichst schnell auf Kraftfutter (statt Muttermilch) umgewöhnt um sie zu mästen, und nach wenigen Wochen für Kalbfleisch (oder nachdem sie als Bullen ihr Schlachtgewicht erreicht haben) zu töten. Die Jungtiere würden naturgemäss sonst bis zu einem Jahr nicht von der Seite der Mutter weichen. Die Mutter würde während dieser Zeit das Kalb mit einer Vehemenz beschützen die tödlich sein kann. Wer Milch und Milchprodukte konsumiert ist für diesen perfiden Eingriff in die Freiheit und das Leben dieser Tiere verantwortlich.
In diesem Artikel des Tages-Anzeigers geht es um das Thema der Auswirkungen der Fleischproduktion auf die Umwelt. Wie so oft werden die anderen Produkte wie Eier oder Milch die von Tieren stammen mit keinem Wort erwähnt.
Tierfabriken schlagen Kleinbauern
Der weltweite Fleischkonsum wächst stetig, obwohl die Produktion von Steaks und Poulets die Umwelt weit stärker belastet als die Gewinnung anderer Nahrungsmittel.
Das Erstaunliche: Tierfabriken produzieren Fleisch klimaschonender als Kleinbauern.
Bedenklich ist auch die Aussage des FAO-Leiters Jutzi (Leiter der Abteilung für Tierhaltung bei der UNO-Landwirtschaftsorganisation FAO in Rom) in dem Artikel:
«Ich sage nicht, dass man den Fleischkonsum reduzieren sollte, um die Umwelt zu schonen», meint der Schweizer Experte. «Aber man sollte Produkte so auswählen, dass man sich umweltbewusst ernährt. Wenn man ein Auto kauft, achtet man ja auch darauf, dass es die Umwelt möglichst wenig belastet.»
In der Tat bringt eine Reduktion von Fleisch nur unwesentlich eine Veränderung wenn es mit anderen tierlichen Lebensmitteln ersetzt wird (also Milch- und Ei-Produkte). Zwar hat Jutzi das Vorwort zu Livestock’s Long Shadow Report geschrieben (worin die negativen Auswirkungen des Fleischkonsums auf das Klima eindeutig aufgezeigt werden), aber trotzdem scheint er eine Lösung des Problems nicht in einer Reduktion sonder in einer Effiziensteigerung der Produktion zu sehen – sprich in der Förderung von Tierfabriken.
Der neuste Promi-Veganer heisst Mike Tyson. (Quelle) Der ehemalige Schwergewicht Box-Champion isst jetzt also kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier … und auch keine Ohren mehr.
Mr. Tyson hat einiges an überflüssigem Gewicht verloren und laut eigener Aussage fühlt er sich nun “awesome” (grossartig). Ausserdem hat er seit seiner Ernährungsumstellung auch “no drama”, also kein Drama mehr in seinem Leben. Dies ist für den Athleten eine beträchtliche Errungenschaft, hatte er doch immer wieder Probleme und Ärger mit dem Gesetz.
Hoffen wir die vegane Ernährung wird Mr. Tyson weiterhin gut bekommen, und dass sein neuer Lebensstil nicht nur eine Phase ist. Auch seine Tauben-Wettkämpfe wird er als “Veganer” hoffentlich noch überdenken.
Wenn diese Tendenz anhält würde in etwas mehr als 50 Jahren kein Fleisch mehr gegessen:
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Fleischkonsum nimmt ab – Schweizer Fleisch legt zu |
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2009 wurde von den Schweizerinnen und Schweizern fast ein Kilogramm weniger Fleisch gegessen als 2008. Schweizer Fleisch hat aber deutlich Marktanteile gewonnen. |
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Der Fleischkonsum sank im letzten Jahr um 1,8 % von 53,35 kg auf 52,38 kg, wie die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, Proviande, am Dienstag mitteilte. Vom Rückgang seien praktisch alle Fleischsorten betroffen gewesen. Die Ausnahme betreffe das Kalbfleisch. Hier sei die verkaufte Menge um 4,6 % gestiegen. Die Proviande führt den Rückgang beim Fleischkonsum auf die schlechtere Wirtschaftslage zurück.(Quelle) |
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Grund zur Hoffnung besteht jedoch nicht, denn beim Käse-Konsum sieht die Statisik anders aus wie in einem Vor-Auszug des Berichtes ‘Milchstatistik der Schweiz 2009′ (erscheint im Sommer) ersichtlich ist:
In der Schweiz hat der Käsekonsum 2009 zugenommen. Er stieg pro Kopf der Bevölkerung gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent oder 240 Gramm auf die neue Höchstmarke von 21,41 Kilogramm (Quelle).
Ob sich der Milch (70 kg) und Butter (5.70 kg) Konsum pro Kopf seit 2007 auch verändert hat wird dann auch ersichtlich. (Quelle).
Wünschenswert wäre auch hier eine kontinuierliche Abnahme für die Tiere, die Umwelt und auch aus gesundheitlichen Gründen.
Manchmal schaffen es die schwächsten unserer Gesellschaft in den Medien erwähnt zu werden. Meist handelt es sich dabei um eine tragische Geschichte bei der eines der Kinder spektakulär verletzt oder ausserhalb des Schlachthofes durch eine Katastrophe getötet wird, wie in folgenden Beispielen der letzten Tage:
Über 100 Kühe und Kälber sterben bei Brand in BlonayBeim Brand eines grossen Stalles in Blonay VD sind mehr als hundert Kühe und Kälber verendet. Sie kamen entweder direkt in den Flammen um oder mussten wegen ihrer schweren Verletzungen notgeschlachtet werden. (Quelle, Bild)
Mitten auf der Autobahn A7 rannte am Montag den Fahrzeuglenkern ein Stierkalb entgegen – das Tier war auf der Flucht vor dem Metzger.Wir päppeln ihn jetzt zwei Wochen auf. Wenn es ihm wieder besser geht, bringen wir ihn zum Metzger.» (Quelle) – Inzwischen hat sich scheinbar jemand dem Tier erbarmt: ‘Jetzt kauft ihn laut Tele Züri ein Tierschützer’. (20min, 14.4.10)

Auf einem Thurgauer Bauernhof haben die Behörden neben 200 unterernährten Tieren 65 tote Schafe gefunden. (Quelle)
Sicher handelt es sich dabei nur um die Spitze des Eisberges bei dem zufällig jemand ein Foto machen oder das ganze nicht versteckt werden konnte – von dem versteckten Leiden der Tiere in den dunklen Ställen, auf den Strassen oder beim anstehen und gewaltsamen Tod im Schlachthof wird nicht berichtet – die ganz alltägliche Tierquälerei findet meist im Verborgenen statt.


Die Ex-Frau von Paul McCartney war zwar erst gerade wegen eines Sprengstoff-Verdachts an einem Flughafen wegen ihrem falschen Bein in den News. Ansonsten stellt die Frau aber einiges an wenn es um die Verbreitung des Veganismus geht. So hat sie z.B. letztes Jahr in der Ortschaft Hove neben Brighton an der Südküste Englands das vollständig vegane Restaurant V-Bites eröffnet. Anderswo setzt sie sich ein für die Ausgabe von veganem Essen an ärmere Familien in den USA, für Minen- oder Erdbebenopfer, und für die Organisation Viva!. Ausserdem erscheint sie auch ab und an in einer Celebrity-Show wo sie auch mit nur einem Bein beim Tanzen gut abschneidet. Die 32 Millionen Euro die sie von Paul McCartney nach der Scheidung als Abfindung erhalten hat, sind somit bei der umtriebigen Heather Mills und ihren veganen und solidarischen Projekten sicher gut angelegt.
In diesen Tagen ist die neue Platte ‘Small Lights In The Dark’ der Schweizer Band Lunik an erster Stelle der Swiss Charts. Gerüchteweise ist die Sängerin Jaël Krebs seit kurzem Veganerin womit doppelt gratuliert werden kann (wenn die Gerüchte sich bestätigen).
In nächster Zeit gibt es an verschiedenen Orten in der Schweiz die Möglichkeit die Band und die charismatische Sängerin live zu erleben. Hörproben und Konzertdaten
gibt es hier.