Umweltfreundlich leben

Klimawandel, Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit – das sind Begriffe, die uns täglich begegnen. Unser Konsum spielt bei der Entstehung dieser Probleme eine zentrale Rolle. Denn die Wahl unserer Nahrung wirkt sich weit über unseren Tellerrand hinaus aus.

Ressourcenverschwendung

Fossiler Energiebedarf für die Produktion von 1 kcal Protein in MJ/kcal

Die Produktion von Nahrung ist mit Energie- und Ressourcenaufwand verbunden. Von der Produktion inklusive Dünger, Bewässerung, über den Transport bis hin zur Lagerung. Für jeden einzelnen Produktionsschritt braucht es Energie. Zudem benötigt gerade die Nahrungsmittelherstellung hohe Mengen an Wasser. Der Einsatz von Dünger auf Getreide- und Sojafeldern belastet die Umwelt. Energiereich und umweltbelastend sind ebenso die langen Transportwege bis hin zur Lagerung, insbesondere auch die Kühlung. Jeder einzelne Schritt trägt somit zum ökologischen Rucksack eines Lebensmittels bei. Schaut man sich die einzelnen Nahrungsmittel genauer an, zeigen sich allerdings erhebliche Unterschiede. Fleisch, Eier und Milchprodukte haben einen sehr viel grösseren Rucksack als pflanzliche Alternativen.

Nutztiere verbrauchen den Grossteil der aufgenommen Nahrung für ihren Stoffwechsel, um zu leben. Nur ein vergleichsweise geringer Prozentsatz wird in “verwertbare Nahrung” umgewandelt. Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch verbraucht im Durchschnitt 20 Kilo Getreide und 15’000 Liter Wasser, ähnlich sieht es beispielsweise bei Käse aus. Das hat zur Folge, dass die Nahrungsproduktion für eine Fleisch konsumierende Person im Schnitt täglich über 15’000 Liter Wasser verbraucht. Ein/e VegetarierIn benötigt immerhin noch 5’000 Liter, während vegan lebende Menschen mit 1’150 Liter auskommen.[1]

Umweltzerstörung

aus Regenwald…

Der Fleischkonsum und die Nachfrage nach tierlichen Produkten allgemein steigt weltweit und immer mehr Tiere benötigen immer mehr Futter. Ökologisch sensible Regionen wie der Regenwald in Brasilien werden vernichtet und werden in Weideflächen und Soja-/Getreideplantagen für die Futtermittelproduktion umgewandelt. Eine neue Untersuchung aus Brasilien belegt, dass 60% der gerodeten Regenwaldgebiete als Weide für Rinder dient.[2]

 
 
 

… wird Monokultur

Die Futtermittel werden vorwiegend in intensiven Monokulturen hergestellt, oft mit Hilfe von chemisch-synthetischen Pestiziden. Diese Flächen werden zu Todeszonen; sie verdrängen und zerstören langfristig die natürlichen Lebensräume von Wildtieren und schädigen somit die Artenvielfalt. Gleichzeitig werden Ressourcen wie Böden und Gewässer belastet und langfristig in ihrer Vitalität beeinträchtigt: Die Gewässer werden verschmutzt und die Böden versteppen.

 
 
 

Aquakultur

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Ozeanen. Die steigende Nachfrage nach Fischen und anderen Meerestieren hat dazu geführt, dass bereits heute viele Arten vom Aussterben bedroht sind. Aquakulturen lösen die Problematik nicht, sondern verschärfen sie sogar noch zusätzlich. Denn um die Zuchtfische zu ernähren, wird ein Vielfaches an Futterfischen im Meer gefangen. Zudem sind Zugaben von Antibiotika erforderlich, um Krankheiten zu bekämpfen, die aufgrund der hohen Tierdichte in diesen schwimmenden Farmen entstehen.

Abfälle der Viehwirtschaft

Klimakiller

Auch an Land verursacht eine hohe Dichte an Nutztieren Probleme. Im Umkreis von grösseren Mastbetrieben sind die Böden und Gewässer mit Ammoniak belastet. Dieser entsteht beim Ausdünsten von Urin und Exkrementen der Nutztiere und beeinträchtigt Böden und Gewässer. Ammoniak gilt als Hauptursache für sauren Regen und belastet somit das gesamte Ökosystem.

Auch Antibiotika-Rückstände können Probleme verursachen. Die Ausscheidungen von Nutztieren müssen darum energieaufwändig aufbereitet oder zu Dünger verarbeitet werden.

Doch auch der Einsatz von diesem Tierdung ist für die Umwelt problematisch. Es gibt viel zu viel davon, weshalb er grosszügig eingesetzt wird. Der tierliche Dünger belastet langfristig die behandelten Böden und der hohe Stickstoffeintrag übersäuert wiederum ebenfalls die Böden.

Die Fleischproduktion und die Herstellung anderer tierlicher Erzeugnisse wie Eier und Milchprodukte ist laut einem UNO-Bericht für rund 18% der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Das ist mehr als der gesamte globale Verkehr.[3] Das WorldWatch Institut berechnete in einer Studie, die 2009 veröffentlicht wurde, den Anteil sogar auf 50%.[4] Die Nutztierhaltung wird in beiden Studien als Hauptursache für den anthropogen bedingten Klimawandel verantwortlich gemacht.

Grund ist der lange Ressourcenschatten, die die Nutztierhaltung wirft, soweit der hohe CO2-Ausstoss. Hinzu kommen Methan und Stickoxide. Beide Treibhausgase werden hauptsächlich von der Viehwirtschaft verursacht. Sie sind 23 bzw. sogar 296 mal schädlicher als CO2. Rechnet man die gesamte Belastung bedingt durch die Ernährungsweise in CO2-Äquivalente um, wird deutlich, dass die vegane Ernährung mit Abstand die klimafreundlichste ist.

Fazit

Wir alle treffen täglich Entscheidungen, die einen Einfluss darauf haben, in was für einer Welt wir heute und morgen leben. Die aufgezeigten Umweltprobleme, verursacht durch die Nutztierhaltung, sind alarmierend. Und die Lösung derselben naheliegend einfach: Die vegane Lebensweise trägt massgeblich dazu bei, ökologische Probleme zu reduzieren.

Die eigene Ökobilanz kann zusätzlich verbessert werden, in dem bevorzugt frische, wenig verarbeitete, lokale, saisonale Bioprodukte gekauft werden.

Blick in die Zukunft

Sowohl in Punkto Ökologie als auch aus tierethischer Sicht könnte die biovegane Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten. Biovegan bedeutet, dass nach ökologischen Richtlinien und ohne tierliche Dünger/Zusatzstoffe produziert wird. In England gibt es schon länger Bestrebungen in diese Richtung und auch in der Schweiz gibt es bereits einen bioveganen Hof. Diese Erfahrungen zeigen, dass erfolg- und ertragreich biovegan produziert werden kann[5] und dies hoffentlich richtungsweisend auch für die Schweizer Landwirtschaft sein könnte.

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